• scissors
    Dezember 1st, 2010VerstylerAusstellung, Kunst

    Wenn das Leben schon kein Ponyhof ist, so sollte zumindest jeder einen zu Hause haben. Gesagt, getan und mein Ponyhof, welcher bereits in der Ausstellung “Multidimensionales Wunderland” zu betrachten war, ist nun um einige Elemente reicher: Mehr Glitzer, mehr Kleinkram und mehr Spielereien. Um meine Freude über den nahenden Utopia Attraktor auszudrücken, musste nun auch der kleine Hashtag vom Utopia-Attraktor-Workshop auf der Cynetart mit rein. Mehr Details gibt’s demnächst mal wieder irgenwo live und in echt zu sehen.

    Mein Leben ist ein Ponyhof

    Tags: , ,
  • scissors
    Dezember 1st, 2010VerstylerFestival, Kunst, Street Art

    Jetzt gibt es endlich Fotos vom Sonido-Benefizfestival, welches am 20.11.10 in Erfurt mit lateinamerikanischen Workshops und hervorragenden Ska- und Balkanbeats fast 1500 € für das guatemalische Partnerprojekt Los Patojos einbrachte. Mit einem kleinen Stencil-Workshop konnte auch ich zum Gelingen des Festivals beitragen. Bilder und alle weiteren Infos gibt es hier und hier.

    Tags: , , , , , ,
  • scissors
    November 8th, 2010VerstylerKunst, Politik, Projekte

    Unter dem Motto „Europäisch gewürzt: Misch mit!“ startete vergangenen Mittwoch das 2. deutschsprachige Jugendforum in Wien. Mit etwa 200 VertreterInnen von Vereinen, Initiativen und Institutionen aus allen beteiligten Ländern (Belgien, Deutschland, Liechtenstein, Luxemburg, Österreich, Schweiz) wurden die Schwerpunkte Teilhabe, Bildung und Inklusion bearbeitet. Neben Experteninputs, Diskussionen mit PolitikerInnen und Workshops wurde das Programm auch mit Improtheater, einem Konzert, Party und Stadtführungen abgerundet.

    Untergebracht waren wir im Europahaus am Rande von Wien in gemütlicher Lage mit Parks, riesigem Seminarsaal und schicken kleineren Seminarräumen im dazugehörigen Schlösschen. Die Verpflegung war sehr bekömmlich und auch die Orga verdient ein großes Lob. Das gesamte Programm verlief strukturiert und bot trotz seiner Fülle genügend Raum, mit den vielen Teilnehmenden ins Gespräch zu kommen, zu netzwerkeln und über Projektkooperationen nachzudenken.

    Viele Methoden und Inhalte für eine europäische Jugendstrategie (Schwerpunkt: nicht formales Lernen, also weg vom Frontalunterricht) wurden vorgestellt und diskutiert. Die erste Nähe zu ProgrammreferentInnen wurde durch deren szenisches Darstellen oder Zeichnungen von jugendpolitischen Begriffen vor der gesamten Gruppe geschaffen. Im World Café wurden eigene Erfahrungen mit der europäischen Jugendpolitik ausgetauscht. Anschließend wurden politische Begriffe durch Teilnehmende auf der Bühne durch Posen mit kurzen Statements dargestellt. Dabei wurden z. B. Barrierefreiheit, Visumspflicht oder Jugend thematisiert. Mein Beitrag, einen Stuhl über dem Kopf tragend, „Ich bin das Ehrenamt und ich stütze ein Sozialsystem, das sich der Staat nicht mehr leisten kann“ führte leider zu leichten Muskelverspannungen, da immer mehr Beiträge folgten. Weniger anstrengend endete der Mittwoch mit einem Improtheater.

    Malusion beim 2. deutschsprachigen Jugendforum in Wien

    Am Donnerstag stellten sich über 30 Vereine und Organisationen auf dem Marktplatz vor. Kurz darauf starteten zwei Workshopphasen, welche von Teilnehmenden angeboten wurden. Dort stellte ich auch das im Wunderland-Projekt entwickelte Malusionskonzept vor. Es kam erstaunlich gut an (die Altersklasse war wesentlich höher, als alle Malusionen zuvor). In gerade mal zwei Stunden war es mit 12 Mitwirkenden, von denen fünf anfangs behaupteten, sie könnten nicht malen, möglich, ein Werk zum Thema „europäisch gewürzt“ im A0-Format zu schaffen. Ein paar Zentimeter sind zwar noch weiß geblieben, dennoch ist es mit Abstand die bunteste Workshop-Präsentation auf dem Forum geworden. Abends heizten junge Talente vom KUS-soundproject mit einem Konzert mächtig ein. Die Party danach war leider viel zu schnell zu Ende und es zeigte sich erstmals die Schattenseite des Europahauses: Wien-Hütteldorf klappt die Bürgersteige sehr zeitig hoch.

    Freitags bekamen alle Anwesenden nach einem kleinen Rückblick über die Geschehnisse der letzten Tage die Gelegenheit, mit Verantwortlichen aus verschiedenen Ministerien, Ämtern und Institutionen auf regionaler, nationaler und europäischer Ebene aus allen beteiligten Ländern in den Dialog zu treten. Als Abschluss des Forums besichtigten wir Wiens innerstädtische Sehenswürdigkeiten. Die richtige Richtung konnten wir dank des leuchtenden Laserschwertes von Fremdenführer und EuroPeer Bart nicht verfehlen.

    Das Jugendforum war ein voller Erfolg und es hat mir viel Freude bereitet. Einziger Wermutstropfen: die Jugend selbst hätte beim Jugendforum stärker vertreten sein können.

    Wien bei Nacht

    Nachdem nun alles geschafft, die meisten Leute abgereist und Wien immer noch da war, besichtigte ich noch eine schöne Graffiti-Ausstellung mitten im Zentrum. Unter farbig beleuchteten Brücken, vorbei an kleinen Clubs auf Schiffen am Flussufer der Donau entlang sind Mauern voller Werke Wiener Graffiti-KünstlerInnen in strandigem Ambiente zu bestaunen – eine Sehenswürdigkeit, die neben den gigantischen Prunkbauten und Designerpalästen kaum auffällt.

    Noch mehr Fotos aus Wien bei Tag und bei Nacht.

    Unter dem Motto „Europäisch gewürzt: Misch mit!“ startete vergangenen Mittwoch das 2. deutschsprachige Jugendforum in Wien. Mit etwa 200 VertreterInnen von Vereinen, Initiativen und Institutionen aus allen beteiligten Ländern (Belgien, Deutschland, Liechtenstein, Luxemburg, Österreich, Schweiz) wurden die Schwerpunkte Teilhabe, Bildung und Inklusion bearbeitet. Neben Experteninputs, Diskussionen mit PolitikerInnen und Workshops wurde das Programm auch mit Improtheater, einem Konzert, Party und Stadtführungen abgerundet.

    Untergebracht waren wir im Europahaus am Rande von Wien in gemütlicher Lage mit Parks, riesigem Seminarsaal und schicken kleineren Seminarräumen im dazugehörigen Schlösschen. Die Verpflegung war sehr bekömmlich und auch die Orga verdient ein großes Lob. Das gesamte Programm verlief strukturiert und bot trotz seiner Fülle genügend Raum, mit den vielen Teilnehmenden ins Gespräch zu kommen, zu netzwerkeln und über Projektkooperationen nachzudenken.

    Viele Methoden und Inhalte für eine europäische Jugendstrategie (Schwerpunkt: nicht formales Lernen, also weg vom Frontalunterricht) wurden vorgestellt und diskutiert. Die erste Nähe zu ProgrammreferentInnen wurde durch deren szenisches Darstellen oder Zeichnungen von jugendpolitischen Begriffen vor der gesamten Gruppe geschaffen. Im World Café wurden eigene Erfahrungen mit der europäischen Jugendpolitik ausgetauscht. Anschließend wurden politische Begriffe durch Teilnehmende auf der Bühne durch Posen mit kurzen Statements dargestellt. Dabei wurden z. B. Barrierefreiheit, Visumspflicht oder Jugend thematisiert. Mein Beitrag, einen Stuhl über dem Kopf tragend, „Ich bin das Ehrenamt und ich stütze ein Sozialsystem, das sich der Staat nicht mehr leisten kann“ führte leider zu leichten Muskelverspannungen, da immer mehr Beiträge folgten. Weniger anstrengend endete der Mittwoch mit einem Improtheater.

    Am Donnerstag stellten sich über 30 Vereine und Organisationen auf dem Marktplatz vor. Kurz darauf starteten zwei Workshopphasen, welche von Teilnehmenden angeboten wurden. Dort stellte ich auch das im Wunderland-Projekt entwickelte Malusionskonzept vor. Es kam erstaunlich gut an (die Altersklasse war wesentlich höher, als alle Malusionen zuvor). In gerade mal zwei Stunden war es mit 12 Mitwirkenden, von denen fünf anfangs behaupteten, sie könnten nicht malen, möglich, ein Werk zum Thema „europäisch gewürzt“ im A0-Format zu schaffen. Ein paar Zentimeter sind zwar noch weiß geblieben, dennoch ist es mit Abstand die bunteste Workshop-Präsentation auf dem Forum geworden. Abends heizten junge Talente vom KUS-soundproject mit einem Konzert mächtig ein. Die Party danach war leider viel zu schnell zu Ende und es zeigte sich erstmals die Schattenseite des Europahauses: Wien-Hütteldorf klappt die Bürgersteige sehr zeitig hoch.

    Freitags bekamen alle Anwesenden nach einem kleinen Rückblick über die Geschehnisse der letzten Tage die Gelegenheit, mit Verantwortlichen aus verschiedenen Ministerien, Ämtern und Institutionen auf regionaler, nationaler und europäischer Ebene aus allen beteiligten Ländern in den Dialog zu treten. Als Abschluss des Forums besichtigten wir Wiens innerstädtische Sehenswürdigkeiten. Die richtige Richtung konnten wir dank des leuchtenden Laserschwertes von Fremdenführer und EuroPeer Bart nicht verfehlen.

    Das Jugendforum war ein voller Erfolg und es hat mir viel Freude bereitet. Einziger Wermutstropfen: die Jugend selbst hätte beim Jugendforum stärker vertreten sein können.

    Nachdem nun alles geschafft, die meisten Leute abgereist und Wien immer noch da war, besichtigte ich noch eine schöne Graffiti-Ausstellung mitten im Zentrum. Unter farbig beleuchteten Brücken, vorbei an kleinen Clubs auf Schiffen am Flussufer der Donau entlang sind Mauern voller Werke Wiener Graffiti-KünstlerInnen in strandigem Ambiente zu bestaunen – eine Sehenswürdigkeit, die neben den gigantischen Prunkbauten und Designerpalästen kaum auffällt.

    Tags: , , , , , , , , , , , ,
  • scissors
    Oktober 7th, 2010VerstylerAb 18, Film

    Ich bin im Fernsehen. In der Sendung Escher – Der MDR-Ratgeber geht es heute um Trickdiebe in der Bahn. Einer dieser Taschendiebe bin ich höchstselbst und ich muss sagen, ich bin schockiert. Zugegebenermaßen bin ich ein Laie auf diesem Gebiet des Broterwerbs. Dass dennoch so viele Taschen, Laptops und Handies während der Dreharbeiten in unseren Besitz gelangten, hätte ich wirklich nicht erwartet. Auch, dass anwesende Passagiere nichts davon mitbekommen oder alles viel zu schnell geht, als dass sie etwas tun könnten, kam unerwartet. Deshalb werde auch ich wohl zukünftig mein Bahnfahrverhalten drastisch ändern.

    Heute, den 07.10.10 um 20:15 Uhr auf dem MDR ist das Ganze dann live zu sehen. Wer es nicht schafft, kann in den nächsten Tagen auch die MDR-Mediathek besuchen um die Sendung anzuschauen.

    Ansonsten kann ich nur den Rat geben, gut auf die eigenen Wertsachen aufzupassen und diese nicht offen auf der Innenseite in der Bahn liegen zu lassen. Man muss nicht einmal einschlafen um die Sachen plötzlich nicht mehr vorzufinden…

    Tags: , , , ,
  • scissors
    September 15th, 2010VerstylerAb 18, Politik

    Artikel 20 Absatz 4 im Grundgesetz würde zum zivilen Ungehorsam auffordern, wenn 18% der Deutschen eine von Sarazzin geführte Partei wählen würden, davon sogar 29% Linke-Wähler, Menschen den weit dahergeholten Statistiken und Einzelfallbeispielen einer Bild-Zeitung glauben würden, plötzlich durch Atomkraft-Lobbyismus Artikel 2, Absatz 2 GG außer Kraft gesetzt wird… wenn es nicht so weh tun würde, fielen mir jetzt noch viele weitere Beispiele ein. Da kann man schon ein bisschen stolz darauf sein, dass “wir” diese Verfassung haben. Wenigstens wird das nächste 4. Reich durch spontane Flugzeugabstürze über maroden Atomkraftwerken zerschlagen – da brauchen “wir Deutschen” uns ja gar keine Sorgen mehr machen.

    Art 2
    (1) Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt.
    (2) Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Die Freiheit der Person ist unverletzlich. In diese Rechte darf nur auf Grund eines Gesetzes eingegriffen werden.

    Art 20
    (1) Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat.
    (2) Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Sie wird vom Volke in Wahlen und Abstimmungen und durch besondere Organe der Gesetzgebung, der vollziehenden Gewalt und der Rechtsprechung ausgeübt.
    (3) Die Gesetzgebung ist an die verfassungsmäßige Ordnung, die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung sind an Gesetz und Recht gebunden.
    (4) Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.

    Art 20

    (1) Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat.
    (2) Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Sie wird vom Volke in Wahlen und Abstimmungen und durch besondere Organe der Gesetzgebung, der vollziehenden Gewalt und der Rechtsprechung ausgeübt.
    (3) Die Gesetzgebung ist an die verfassungsmäßige Ordnung, die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung sind an Gesetz und Recht gebunden.
    (4) Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.
    Tags: , , , ,
  • scissors
    August 25th, 2010VerstylerAb 18, Ausstellung, Kunst, Politik

    Später Arbeiten beim Ajuca 2010

    Das Gelände kannte die „Später Arbeiten“-Ausstellung ja bereits. Das alternative Jgendcamp Ajuca findet seit sieben Jahren auf dem ehemaligen Flughafengelände des Kulturkosmos in Lärz statt. Dort ist auch alljährlich das Fusion-Festival zu finden, auf welchem die Ausstellung im Juni bereits zu sehen war. Vom 18. bis 21. August bekamen die Fotos also wieder einen schicken Platz. Das Camp ist selbstorganisiert, also ein Mitmach-Camp und kostet gerade mal 5 € pro Tag – nicht Eintritt, sondern für Getränke und Essen. Drei Mahlzeiten täglich werden von verschiedenen VoKüs zubereitet und die CampteilnehmerInnen sind angehalten, beim Gemüse schneiden zu helfen. Da verschiedene Menschen verschiedene Essgewohnheiten haben, kocht das Küchenteam generell vegan. Auch sonst gilt es in allen Bereichen: Wo Hilfe benötigt wird, finden sich Leute, die gerne mithelfen und das Camp so zu einem schönen Erlebnis für alle Beteiligten machen. Für verschiedene Aufgabenbereiche, wie zum Beispiel die täglich erscheinende Campzeitung werden Arbeitsgruppen gebildet und die großen Entscheidungen werden jeden Morgen beim großen Plenum gemeinsam nach dem Konsens-Prinzip besprochen und entschieden. Nazis, SexistInnen und aggressive Leute sind natürlich nicht willkommen.

    Tagsüber finden verschiedene Workshops und Diskussionen zur politischen Bildung für die Jugendlichen statt. Beispiele wären „Was ist Kapitalismus?“, Streetartworkshop, Projektfinanzierung oder auch Argumentationshilfen bei der Unterstellung, man sei eine extremistische oder gar terroristische Gruppe. Abends klang der Tag dann tanzenderweise zu verschiedenen Konzerten und Djs und äußerst preisgünstigen Getränken aus. Insgesamt also ein tolles Camp und ich bin froh, dass es so etwas gibt.

    Die Macht der Definition

    Überraschend war das Konzept der Definitionsmacht. Dieses stand als allgemeine Regel fest und war zudem äußerst überrepräsentiert. Es ist nicht grundsätzlich schlecht und es lohnt sich, über bestimmte Ansätze nachzudenken. Definitionsmacht in feministischen Debatten bedeutet im Grunde, dass eine betroffene Person sexualisierter Gewalt selbst entscheiden kann, welche Handlungen für sie einen sexuellen Übergriff oder eine Grenzüberschreitung darstellen und nicht auf rechtsstaatliche Prinzipien zurückgreifen muss. Diese haben häufig zur Folge, dass erneute Traumatisierungen hervorgerufen werden können oder die Tat nicht beweisbar ist. Grundsätzlich ist das eine Problematik, die ich nicht abstreite. Auch dass die meisten sexuellen Übergriffe von Männern gegenüber Frauen ausgeübt werden und dass dies ein gesamtgesellschaftliches Problem darstellt streite ich nicht ab. Problematisch war die Allgegenwärtigkeit durch Plakate, Texte in der Camp-Zeitung, Seminarangebote zum Thema, die (scheinbare) Männerfeindlichkeit sowie die Möglichkeit, willkürlich unbegründet sanktionieren zu können.

    Wenn ich auf ein Sommercamp fahre, möchte ich Spaß haben, Fremden gegenüber offen und ehrlich begegnen, vielleicht sogar eine Frau kennenlernen, welche mit mir gemeinsam Spaß am Sex hat – sofern es sich denn ergibt. Eine Omnipräsenz von Plakaten der meines Erachtens schlechten „NEIN heißt NEIN“-Kampagne, in denen ich als Mann aufgefordert werde, Stille, „Vielleicht später“ oder auch „…“ als eindeutiges Nein aufzufassen und sollte ich dies nicht respektieren, ein Vergewaltiger sei, veranlasst mich zu einer schlechten Grundstimmung, aus Angst wegen Blicken, Sprüchen oder Ähnlichem als Vergewaltiger abgestempelt zu werden. An anderer Stelle wurden wieder genau zwei Begriffe als einzige nicht gegendert: DIE Betroffene und DER Vergewaltiger, bzw. Täter. Speziell solche Formulierungn wie „Das bedeutet auch, niemensch sonst kann erstens darüber urteilen, was die Betroffene erlebt hat und wie ‘krass’ die Grenzüberschreitung war und zweitens kann nur die Betroffene selbst wissen, was sie braucht, damit sie sich wieder sicherer fühlen kann.“, welche in einem Camp-Zeitungsartikel zu finden war oder „Achso, du als Mann* willst mir also erklären, dass meine Grenze, die gerade überschritten wurde, falsch ist […]. (*meint männlich sozialisiert)“ machen mich schon stutzig. In der Außendarstellung der Awareness-Gruppe wurde beschrieben, dass “auch Blicke, Sprüche und dominantes Redeverhalten Teil sexistischen Verhaltens sind” und weiter unten heißt es „Betroffene erfahren in dieser Gesellschaft viel zu wenig solidarische Unterstützung, stattdessen wird ihnen ihre Wahrnehmungen abgesprochen, sie müssen sich rechtfertigen und „Beweise“ für die erfahrene Gewalt erbringen. Deshalb handeln wir nach dem Prinzip der Definitionsmacht! Das bedeutet, dass die Betroffene definiert was vorgefallen ist. Uns ist es wichtig der Betroffenenperspektive Raum zu geben: Wir verhalten uns parteilich zur Betroffenen und stehen hinter ihren Forderungen. Nach meinem subjektiven Empfinden, also auch nach meiner Definitionsmacht, klingt das männerfeindlich (sexistisch), aggresiv und willkürlich. Vor Allem beinhaltet das, dass ich eben wirklich für Antanzen oder einen Spruch wie „Du hast so schöne Augen“ durch den verwaschenen Begriff der Vergewaltigung oder dem Begriff der Betroffenen sexualisierter Gewalt in Form von sexistischem Verhalten öffentlich stigmatisiert und als Vergewaltiger abgestempelt werden kann.

    Meine Reaktion darauf war ein satirischer Text, welcher die Zirkelschluss-Logik der Definitionsmacht völlig ins Absurde treibt. Dass dieser aus Gründen von Grenzüberschreitungen nicht in der Campzeitung abgedruckt werden konnte, war grundsätzlich in Ordnung. Dass jegliche Publizierung wegen Grenzüberschreitung und dem Vorwurf, es wäre ein sexistischer Text unterbunden wurde führte schließlich zu einer Eskalation zwischen zwei politischen Lagern auf dem Camp. Auf der einen Seite die Definitionsmacht-BefürworterInnen und auf der anderen die KritikerInnen oder gar TäterInnen-SchützerInnen. Ich als Künstler, der seine Textform der Satire verteidigen wollte, war Täter.

    Ich möchte an dieser Stelle nicht noch einmal sämtliche Streitigkeiten aufrollen, welche zur Eskalation führten oder danach noch zu Tage kamen. Immerhin gibt es eine Privatsphäre aller Beteiligten. Die bisherigen Ausführungen waren allerdings eine notwendige Vorgeschichte um den „bösen brisanten“ Text, über den viel diskutiert wurde und den fast niemand gelesen hat, als das verstehen zu können, was er ist: Eine schnell daher geschriebene, unüberarbeitete Satire auf die gefühlte Gesamtsituation und das Begehren, die Jugendlichen nicht mit der Vorstellung, die Definitionsmacht sei die einzig wahre Möglichkeit, antisexistisch und emanzipatorisch handeln zu können, nach Hause gehen zu lassen.

    Eines noch vorweg: Mir ist bewusst, dass der Text grenzüberschreitend und nicht einmal besonders gut geschrieben ist. Durch konstruktive Kritik ist mir nun auch bewusst, dass er sich einer Argumentation bedient, welche auch häufig von Vergewaltigern genutzt wird und somit falsch verstanden werden kann. Trotzdem ist und bleibt es eine nicht ernst gemeinte Satire und ich lasse den Vorwurf, ich sei ein Sexist, welcher laut Definitionsmacht nicht begründet werden und demnach Wahrheit sein muss, nicht stehen. Erst recht nicht, wenn die Vorwürfe von Personen kommen, die Texte nicht lesen müssen um über sie urteilen zu können.

    Zur weiteren Recherche über Definitionsmacht empfehle ich einen sehr ausführlichen Artikel in der Jungle World. Pro-Definitionsmacht-Konzept-Texte und Standpunkte gibt es z. B. beim Antisexismus-Bündnis Berlin oder auf dem Mädchenblog. Eine hübsche Antwort auf die „Nein heißt Nein“-Plakate ist das „Ja heißt Nein“-Plakat. Es ist zwar teilweise ein bisschen plump, „Warum liegt hier eigentlich Stroh?“ finde ich aber zu köstlich.

    An dieser Stelle gibt es nun aber endlich den (jetzt nicht mehr) unveröffentlichten Text:

    Definitions-Macht-Los-Bude

    (schlecht gezeichnete Karikatur mit Frauen an einer Losbude und Männern, die immer Nieten ziehen)

    Können männlich sozialisierte Menschen emotional vergewaltigt werden? Das würde bedeuten, dass „Männer“ Emotionen haben, nicht ausschließlich nach ihrem gesellschaftlich antrainierten Trieb handeln, gar (emanzipatorisch) denken könnten. Wenn der Blick, die freundschaftliche Berührung oder der Flirt (z. B. für Hedonismus, Fortpflanzung oder Liebe geeignet) plötzlich zur Gewalttat diffamiert werden, muss man sich fragen, ob der Hüftschwung, der tiefe Ausschnitt oder der Augenaufschlag nicht zur „Vergewaltigung“ der meist männlich sozialisierten Psyche führt. Unter Umständen ist die freiheitliche Einschränkung nach oder durch Handlungen im sexualisierten Kontext selbst eine zur Gewalt gewordene Handlung, womit die meist männlich sozialisierten Täter_innen selbst zu meist männlich sozialisierten Betroffenen werden.

    Das subjektive Empfinden meist männlich sozialisierter Menschen bezüglich z. B. der Attraktivität meist weiblich sozialisierter Menschen ist dabei derart vielfältig und differenziert, dass dem emanzipatorischen meist männlich sozialisierten Menschen ein Schutzraum geboten werden muss. In diesem muss gewährleistet sein, dass der Primat meist männlich sozialisierte Mensch nicht zu sexualisierten Gedanken oder gar Handlungen genötigt wird und vor meist weiblich sozialisierten Wiederholungstäter_innen geschützt ist, ohne dabei intimste Gedanken und Privatsphäre (z. B. gestörte Sexualität, schlimme Kindheit, Angst vor Dialog etc.) preisgeben zu müssen. Da, wie oben genannt, die Betrachtungsweise jedes einzelnen meist männlich sozialisierten Menschen zu unterschiedlichen Wahrnehmungen führt, kann somit jeder meist weiblich sozialisierte Mensch durch unbewusste Handlungen triggern, nicht stillbare und quälende Gelüste wecken und obendrein die Angst vor einem Vergewaltiger_innen-Dasein stärken.

    Das Fehlen eines wirksamen Schutzraums würde somit zur unbewussten Vergewaltigung vergewaltigter meist männlich sozialisierter Vergewaltiger_innen führen.

    Besonders deutlich wird dies am tragischen Fall des männlich sozialisierten Axel (Name d. d. Redaktion geänd.), welcher beim Anblick einer weiblich sozialisierten Polizist_in (sein heimlicher Fetisch) triggerte, den Qualen nicht standhielt und nach langen schmachtenden Blicken wegen Vergewaltigung der Staatsgewalt zu vier Jahren Haft verurteilt wurde. Axel ist nur einer von tausenden meist männlich sozialisierten Menschen, welchen kein Schutzraum gegeben wurde. Viele von ihnen leben vereinsamt in kleinen Erdhöhlen, wünschen sich einen nie erreichten Konsens.

    Ob es die Burka zum Schutz des meist männlich sozialisierten Menschen vor dem sexualisierten meist weiblich sozialisierten Menschen, die Fesseln und Knebel am meist männlich sozialisierten Menschen zum Schutz vor sexualisierten Handlungen oder auch leidenschaftlicher Sex ist – die Macht liegt allein in der Definition der Betroffenen.

    Tags: , , , , , , , , , , , , ,
  • scissors
    August 25th, 2010VerstylerAusstellung, Kunst

    Direkt im Anschluss an das kunstvolle Dockville-Festival in Hamburg ging die Reise weiter nach Rostock. Am 16. August besuchte ich dort das Peter-Weiss-Haus, in welchem seit dem 12. Juli 2010 die Ausstellung „Später Arbeiten“ zu betrachten war. Dank der spontanen Gastfreundschaft einiger MitarbeiterInnen von SoBi hatte ich die Gelegenheit, noch zwei Tage in Rostock zu verbringen. Am Montag Abend wurde der Abschluss der Ausstellung im Freigarten zuerst mit Kaffee, Kakao und Tee (natürlich Bio und Fairtrade) und zu späterer Stunde mit alkoholhaltigen Getränken besprochen und belacht. Der gemütliche Freigarten mit kleinem Kinderspielplatz, Kinoleinwand, umgeben von Backsteinwänden und einer Bar mit moderaten Preisen lädt ein, dort öfter mal vorbei zu schauen. Täglich gibt es draußen oder im Haus verschiedene Kulturangebote wie Filmvorführungen, Workshops und offene Räume für Kinder und Jugendliche, Konzerte oder Brunch. Leider ist die Wand, welche durch meine Ausstellung geschmückt wurde, jetzt wieder kahl und leer. Das Angebot, diesen Raum wieder mit einer anderen Ausstellung zu schmücken steht nun jedem offen und Anfragen sind ausdrücklich erwünscht.

    Da SoBi auch Workshops beim Ajuca anbot, das Camp also regelmäßig Gesprächsthema war, entschied ich mich kurzerhand, meine Ausstellung einzupacken, zum Alternativen Jugendcamp zu fahren und einfach mal zu fragen, ob ich denn dort ausstellen dürfe.

    Tags: , , ,
  • scissors
    August 25th, 2010VerstylerAusstellung, Festival, Kunst

    In dem gemütlichen Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg auf einem ehemaligen Hafengelände durfte ich das liebevoll gestaltete Dockville-Festival erleben. Über die musikalischen Größen wie Jan Delay, Wir sind Helden, Bratze oder Slime und vielen weiteren möchte ich an dieser Stelle gar nicht schreiben. Das haben andere schon zur Genüge getan. Vielmehr sind es die Installationen, die kleinen versteckten Kunstaktionen und aufwändig gestalteten Bars und Bühnen, die das Dockville mit dem diesjährigen Thema Recreation so sympathisch machen. Besonders beeindruckend war „MACHINE EINS“ der Maschinenbau-Gesellschaft Dorf, welche aus Holzlatten, sphärischen Lichtern, Monitoren und Klangexperimenten geschaffen wurde. Durch einen immer enger werdenden Tunnel fand man sich plötzlich im Inneren einer Kugel voller farbenwechselnder Ornamente wieder. Wenn man am Boden dieser Kugel sitzt, sich mit anderen über die tollen Effekte austauscht, wirkt alles sehr harmonisch und entspannt. Beim Aufstehen um sie durch einen kleinen Ausgang zu verlassen, fällt plötzlich ein völlig verwirrendes Klangspiel auf. Die gesprochenen Worte der Personen am Boden wirken im oberen Teil der Kugel wie eine fremde Stimme im Kopf, welche von (n)irgendwoher zu stammen scheint. Erst auf Nachfrage und verwirrtes Umherschauen konnte ich zuordnen, wer wo jetzt plötzlich gesprochen hatte. Nach dem Verlassen ging der Weg weiter über schmale Holzwege in die obere Etage, von welcher man einen Blick über das Gelände und die beeindruckende Hafenlandschaft hatte. Vorbei an einem Spiel aus blinkenden Monitoren verließ ich MACHINE EINS über eine Rutsche nach unten und konnte mich wieder voll und ganz den anderen Lichtspielen oder der Lasershow der Elektropastete, welche auf ein Gebäude auf der anderen Seite des Flusses projiziert wurde, widmen.

    Auch sehr schick war ein kleiner Kasten mit Aufgabenkärtchen in einer der Hallen. Ich zog die Karte, welche mich zu einer Aufgabe à la Oceans Eleven motivieren sollte, also MitstreiterInnen zu finden, welche mit mir auf geheime Mission gehen und irgendwelche absurden Geheimpläne auszuführen, natürlich mit dem Wissen, dass es das Ziel überhaupt nicht gibt und die Beteiligten nur in der Irre herumgeführt werden. Plötzlich war mir bewusst, warum zuvor am Eingang ein paar Menschen saßen, die jedem irgendwelche Fragen stellten, die ich nicht verstehen konnte. Wahrscheinlich hatten sie auch eine geheime Aufgabe, die es zu lösen galt.

    Neben vielen weiteren Größen der Kunstszene wie Tino Sehgal, Brad Downey, dem Institut für wahre Kunst etc. bestach das Dockville auch durch den gemütlichen Campingplatz unter Bäumen oder den Bechern, welche am Einlass verteilt wurden um mitgebrachte Getränke umfüllen zu können. Schon an solchen kleinen Gesten erkennt man, dass das Dockville kein reines Kommerzfestival ist. Es ist mehr noch der Abschluss einer zehntägigen Kunstausstellung und findet im Anschluss an Lüttville, einer kostenlosen Ferienfreizeit für Kinder, statt.

    Der 12.-14. August 2011, an diesem Wochenende findet das nächste Dockville statt, ist bereits vorgemerkt und ich kann allen Kunstbegeisterten empfehlen, dies auch zu tun.

    Tags: , , , , ,
  • scissors
    Juli 30th, 2010VerstylerAusstellung, Kunst, Politik
    Später Arbeiten im Peter-Weiss-Haus in Rostock

    Später Arbeiten im Peter-Weiss-Haus in Rostock

    Die Finissage zur “Später Arbeiten”-Ausstellung findet am 16. August 2010 ab 16 Uhr im Freisitz des Peter-Weiss-Hauses in Rostock statt. Der anschließende Umzug nach Greifswald muss leider abgesagt werden, da in den angepeilten Räumlichkeiten leider eine längere Sommerpause stattfindet. Ein passender Ersatz wird aber gerade gesucht.

    Tags: , , , ,
  • scissors
    Juli 23rd, 2010VerstylerAusstellung, Festival, Kunst, Politik, Projekte

    Seit dem 12. Juli hängt nun schon die Später-Arbeiten-Ausstellung im Peter-Weiss-Haus in Rostock. Vorraussichtlich wird sie dort noch bis zum 12. August im Freisitz zu bewundern sein. Vielen Dank an SoBi für die freundliche Unterstützung und der Ermöglichung dieser Ausstellung.

    Anschließend wird die Ausstellung weiter nach Greifswald wandern. Der genaue Zeitraum und der Ort werden noch bekannt gegeben.

    Auch das Fusion-Festival haben ich und auch die beiden bedruckten PVC-Planen sehr gut überstanden. Es war mal wieder eine Freude für Augen und Ohren, Herz und Seele.

    Später Arbeiten beim Fusion-Festival (Oase)

    Später Arbeiten beim Fusion-Festival (Oase)

    Neben den gigantischen, leuchtenden, künstlerischen Kulissen war auch das Lineup hervorragend. Die Stimmung und die Menschen vor Ort waren äußerst angenehm und nächstes Jahr bin ich auf jeden Fall wieder mit dabei. In der Oase, welche auch Freiluft-Ausstellungsraum war, wurde für politische Bildung, Ruhe, und sanitäre Anlagen gesorgt und überhaupt lässt sich das gesamte Festival einfach nicht in Worte fassen. Es war umwerfend. Worüber ich mich ja sehr gefreut habe, ist ein Foto von Carl S. Katz, welches es in die Ausstellung “Sexistische Kackscheiße“, ebenfalls in der Oase ausgestellt, geschafft hat.

    Tags: , , , , , ,
  • « Older Entries

    Newer Entries »