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August 25th, 2010Ab 18, Ausstellung, Kunst, Politik
Später Arbeiten beim Ajuca 2010
Das Gelände kannte die „Später Arbeiten“-Ausstellung ja bereits. Das alternative Jgendcamp Ajuca findet seit sieben Jahren auf dem ehemaligen Flughafengelände des Kulturkosmos in Lärz statt. Dort ist auch alljährlich das Fusion-Festival zu finden, auf welchem die Ausstellung im Juni bereits zu sehen war. Vom 18. bis 21. August bekamen die Fotos also wieder einen schicken Platz. Das Camp ist selbstorganisiert, also ein Mitmach-Camp und kostet gerade mal 5 € pro Tag – nicht Eintritt, sondern für Getränke und Essen. Drei Mahlzeiten täglich werden von verschiedenen VoKüs zubereitet und die CampteilnehmerInnen sind angehalten, beim Gemüse schneiden zu helfen. Da verschiedene Menschen verschiedene Essgewohnheiten haben, kocht das Küchenteam generell vegan. Auch sonst gilt es in allen Bereichen: Wo Hilfe benötigt wird, finden sich Leute, die gerne mithelfen und das Camp so zu einem schönen Erlebnis für alle Beteiligten machen. Für verschiedene Aufgabenbereiche, wie zum Beispiel die täglich erscheinende Campzeitung werden Arbeitsgruppen gebildet und die großen Entscheidungen werden jeden Morgen beim großen Plenum gemeinsam nach dem Konsens-Prinzip besprochen und entschieden. Nazis, SexistInnen und aggressive Leute sind natürlich nicht willkommen.
Tagsüber finden verschiedene Workshops und Diskussionen zur politischen Bildung für die Jugendlichen statt. Beispiele wären „Was ist Kapitalismus?“, Streetartworkshop, Projektfinanzierung oder auch Argumentationshilfen bei der Unterstellung, man sei eine extremistische oder gar terroristische Gruppe. Abends klang der Tag dann tanzenderweise zu verschiedenen Konzerten und Djs und äußerst preisgünstigen Getränken aus. Insgesamt also ein tolles Camp und ich bin froh, dass es so etwas gibt.
Die Macht der Definition
Überraschend war das Konzept der Definitionsmacht. Dieses stand als allgemeine Regel fest und war zudem äußerst überrepräsentiert. Es ist nicht grundsätzlich schlecht und es lohnt sich, über bestimmte Ansätze nachzudenken. Definitionsmacht in feministischen Debatten bedeutet im Grunde, dass eine betroffene Person sexualisierter Gewalt selbst entscheiden kann, welche Handlungen für sie einen sexuellen Übergriff oder eine Grenzüberschreitung darstellen und nicht auf rechtsstaatliche Prinzipien zurückgreifen muss. Diese haben häufig zur Folge, dass erneute Traumatisierungen hervorgerufen werden können oder die Tat nicht beweisbar ist. Grundsätzlich ist das eine Problematik, die ich nicht abstreite. Auch dass die meisten sexuellen Übergriffe von Männern gegenüber Frauen ausgeübt werden und dass dies ein gesamtgesellschaftliches Problem darstellt streite ich nicht ab. Problematisch war die Allgegenwärtigkeit durch Plakate, Texte in der Camp-Zeitung, Seminarangebote zum Thema, die (scheinbare) Männerfeindlichkeit sowie die Möglichkeit, willkürlich unbegründet sanktionieren zu können.
Wenn ich auf ein Sommercamp fahre, möchte ich Spaß haben, Fremden gegenüber offen und ehrlich begegnen, vielleicht sogar eine Frau kennenlernen, welche mit mir gemeinsam Spaß am Sex hat – sofern es sich denn ergibt. Eine Omnipräsenz von Plakaten der meines Erachtens schlechten „NEIN heißt NEIN“-Kampagne, in denen ich als Mann aufgefordert werde, Stille, „Vielleicht später“ oder auch „…“ als eindeutiges Nein aufzufassen und sollte ich dies nicht respektieren, ein Vergewaltiger sei, veranlasst mich zu einer schlechten Grundstimmung, aus Angst wegen Blicken, Sprüchen oder Ähnlichem als Vergewaltiger abgestempelt zu werden. An anderer Stelle wurden wieder genau zwei Begriffe als einzige nicht gegendert: DIE Betroffene und DER Vergewaltiger, bzw. Täter. Speziell solche Formulierungn wie „Das bedeutet auch, niemensch sonst kann erstens darüber urteilen, was die Betroffene erlebt hat und wie ‘krass’ die Grenzüberschreitung war und zweitens kann nur die Betroffene selbst wissen, was sie braucht, damit sie sich wieder sicherer fühlen kann.“, welche in einem Camp-Zeitungsartikel zu finden war oder „Achso, du als Mann* willst mir also erklären, dass meine Grenze, die gerade überschritten wurde, falsch ist […]. (*meint männlich sozialisiert)“ machen mich schon stutzig. In der Außendarstellung der Awareness-Gruppe wurde beschrieben, dass “auch Blicke, Sprüche und dominantes Redeverhalten Teil sexistischen Verhaltens sind” und weiter unten heißt es „Betroffene erfahren in dieser Gesellschaft viel zu wenig solidarische Unterstützung, stattdessen wird ihnen ihre Wahrnehmungen abgesprochen, sie müssen sich rechtfertigen und „Beweise“ für die erfahrene Gewalt erbringen. Deshalb handeln wir nach dem Prinzip der Definitionsmacht! Das bedeutet, dass die Betroffene definiert was vorgefallen ist. Uns ist es wichtig der Betroffenenperspektive Raum zu geben: Wir verhalten uns parteilich zur Betroffenen und stehen hinter ihren Forderungen. Nach meinem subjektiven Empfinden, also auch nach meiner Definitionsmacht, klingt das männerfeindlich (sexistisch), aggresiv und willkürlich. Vor Allem beinhaltet das, dass ich eben wirklich für Antanzen oder einen Spruch wie „Du hast so schöne Augen“ durch den verwaschenen Begriff der Vergewaltigung oder dem Begriff der Betroffenen sexualisierter Gewalt in Form von sexistischem Verhalten öffentlich stigmatisiert und als Vergewaltiger abgestempelt werden kann.
Meine Reaktion darauf war ein satirischer Text, welcher die Zirkelschluss-Logik der Definitionsmacht völlig ins Absurde treibt. Dass dieser aus Gründen von Grenzüberschreitungen nicht in der Campzeitung abgedruckt werden konnte, war grundsätzlich in Ordnung. Dass jegliche Publizierung wegen Grenzüberschreitung und dem Vorwurf, es wäre ein sexistischer Text unterbunden wurde führte schließlich zu einer Eskalation zwischen zwei politischen Lagern auf dem Camp. Auf der einen Seite die Definitionsmacht-BefürworterInnen und auf der anderen die KritikerInnen oder gar TäterInnen-SchützerInnen. Ich als Künstler, der seine Textform der Satire verteidigen wollte, war Täter.
Ich möchte an dieser Stelle nicht noch einmal sämtliche Streitigkeiten aufrollen, welche zur Eskalation führten oder danach noch zu Tage kamen. Immerhin gibt es eine Privatsphäre aller Beteiligten. Die bisherigen Ausführungen waren allerdings eine notwendige Vorgeschichte um den „bösen brisanten“ Text, über den viel diskutiert wurde und den fast niemand gelesen hat, als das verstehen zu können, was er ist: Eine schnell daher geschriebene, unüberarbeitete Satire auf die gefühlte Gesamtsituation und das Begehren, die Jugendlichen nicht mit der Vorstellung, die Definitionsmacht sei die einzig wahre Möglichkeit, antisexistisch und emanzipatorisch handeln zu können, nach Hause gehen zu lassen.
Eines noch vorweg: Mir ist bewusst, dass der Text grenzüberschreitend und nicht einmal besonders gut geschrieben ist. Durch konstruktive Kritik ist mir nun auch bewusst, dass er sich einer Argumentation bedient, welche auch häufig von Vergewaltigern genutzt wird und somit falsch verstanden werden kann. Trotzdem ist und bleibt es eine nicht ernst gemeinte Satire und ich lasse den Vorwurf, ich sei ein Sexist, welcher laut Definitionsmacht nicht begründet werden und demnach Wahrheit sein muss, nicht stehen. Erst recht nicht, wenn die Vorwürfe von Personen kommen, die Texte nicht lesen müssen um über sie urteilen zu können.
Zur weiteren Recherche über Definitionsmacht empfehle ich einen sehr ausführlichen Artikel in der Jungle World. Pro-Definitionsmacht-Konzept-Texte und Standpunkte gibt es z. B. beim Antisexismus-Bündnis Berlin oder auf dem Mädchenblog. Eine hübsche Antwort auf die „Nein heißt Nein“-Plakate ist das „Ja heißt Nein“-Plakat. Es ist zwar teilweise ein bisschen plump, „Warum liegt hier eigentlich Stroh?“ finde ich aber zu köstlich.
An dieser Stelle gibt es nun aber endlich den (jetzt nicht mehr) unveröffentlichten Text:
Definitions-Macht-Los-Bude
(schlecht gezeichnete Karikatur mit Frauen an einer Losbude und Männern, die immer Nieten ziehen)
Können männlich sozialisierte Menschen emotional vergewaltigt werden? Das würde bedeuten, dass „Männer“ Emotionen haben, nicht ausschließlich nach ihrem gesellschaftlich antrainierten Trieb handeln, gar (emanzipatorisch) denken könnten. Wenn der Blick, die freundschaftliche Berührung oder der Flirt (z. B. für Hedonismus, Fortpflanzung oder Liebe geeignet) plötzlich zur Gewalttat diffamiert werden, muss man sich fragen, ob der Hüftschwung, der tiefe Ausschnitt oder der Augenaufschlag nicht zur „Vergewaltigung“ der meist männlich sozialisierten Psyche führt. Unter Umständen ist die freiheitliche Einschränkung nach oder durch Handlungen im sexualisierten Kontext selbst eine zur Gewalt gewordene Handlung, womit die meist männlich sozialisierten Täter_innen selbst zu meist männlich sozialisierten Betroffenen werden.
Das subjektive Empfinden meist männlich sozialisierter Menschen bezüglich z. B. der Attraktivität meist weiblich sozialisierter Menschen ist dabei derart vielfältig und differenziert, dass dem emanzipatorischen meist männlich sozialisierten Menschen ein Schutzraum geboten werden muss. In diesem muss gewährleistet sein, dass der Primat meist männlich sozialisierte Mensch nicht zu sexualisierten Gedanken oder gar Handlungen genötigt wird und vor meist weiblich sozialisierten Wiederholungstäter_innen geschützt ist, ohne dabei intimste Gedanken und Privatsphäre (z. B. gestörte Sexualität, schlimme Kindheit, Angst vor Dialog etc.) preisgeben zu müssen. Da, wie oben genannt, die Betrachtungsweise jedes einzelnen meist männlich sozialisierten Menschen zu unterschiedlichen Wahrnehmungen führt, kann somit jeder meist weiblich sozialisierte Mensch durch unbewusste Handlungen triggern, nicht stillbare und quälende Gelüste wecken und obendrein die Angst vor einem Vergewaltiger_innen-Dasein stärken.
Das Fehlen eines wirksamen Schutzraums würde somit zur unbewussten Vergewaltigung vergewaltigter meist männlich sozialisierter Vergewaltiger_innen führen.
Besonders deutlich wird dies am tragischen Fall des männlich sozialisierten Axel (Name d. d. Redaktion geänd.), welcher beim Anblick einer weiblich sozialisierten Polizist_in (sein heimlicher Fetisch) triggerte, den Qualen nicht standhielt und nach langen schmachtenden Blicken wegen Vergewaltigung der Staatsgewalt zu vier Jahren Haft verurteilt wurde. Axel ist nur einer von tausenden meist männlich sozialisierten Menschen, welchen kein Schutzraum gegeben wurde. Viele von ihnen leben vereinsamt in kleinen Erdhöhlen, wünschen sich einen nie erreichten Konsens.
Ob es die Burka zum Schutz des meist männlich sozialisierten Menschen vor dem sexualisierten meist weiblich sozialisierten Menschen, die Fesseln und Knebel am meist männlich sozialisierten Menschen zum Schutz vor sexualisierten Handlungen oder auch leidenschaftlicher Sex ist – die Macht liegt allein in der Definition der Betroffenen.
Tags: Ajuca, Alternatives Jugendcamp, Antisexismus, Definitionsmacht, DefMa, DER Text, Kulturkosmos, Lärz, Satire, selbstorganisiert, Sexist, Später Arbeiten, Streit, TäterInnen-SchützerInnen -
Juli 30th, 2010Ausstellung, Kunst, Politik
Später Arbeiten im Peter-Weiss-Haus in Rostock
Die Finissage zur “Später Arbeiten”-Ausstellung findet am 16. August 2010 ab 16 Uhr im Freisitz des Peter-Weiss-Hauses in Rostock statt. Der anschließende Umzug nach Greifswald muss leider abgesagt werden, da in den angepeilten Räumlichkeiten leider eine längere Sommerpause stattfindet. Ein passender Ersatz wird aber gerade gesucht.
Tags: Finissage, Fotografie, Peter-Weiss-Haus, Rostock, Später Arbeiten -
Juli 23rd, 2010Ausstellung, Festival, Kunst, Politik, ProjekteSeit dem 12. Juli hängt nun schon die Später-Arbeiten-Ausstellung im Peter-Weiss-Haus in Rostock. Vorraussichtlich wird sie dort noch bis zum 12. August im Freisitz zu bewundern sein. Vielen Dank an SoBi für die freundliche Unterstützung und der Ermöglichung dieser Ausstellung.
Anschließend wird die Ausstellung weiter nach Greifswald wandern. Der genaue Zeitraum und der Ort werden noch bekannt gegeben.
Auch das Fusion-Festival haben ich und auch die beiden bedruckten PVC-Planen sehr gut überstanden. Es war mal wieder eine Freude für Augen und Ohren, Herz und Seele.

Später Arbeiten beim Fusion-Festival (Oase)
Neben den gigantischen, leuchtenden, künstlerischen Kulissen war auch das Lineup hervorragend. Die Stimmung und die Menschen vor Ort waren äußerst angenehm und nächstes Jahr bin ich auf jeden Fall wieder mit dabei. In der Oase, welche auch Freiluft-Ausstellungsraum war, wurde für politische Bildung, Ruhe, und sanitäre Anlagen gesorgt und überhaupt lässt sich das gesamte Festival einfach nicht in Worte fassen. Es war umwerfend. Worüber ich mich ja sehr gefreut habe, ist ein Foto von Carl S. Katz, welches es in die Ausstellung “Sexistische Kackscheiße“, ebenfalls in der Oase ausgestellt, geschafft hat.
Tags: Fotografie, Fusion, Oase, Peter-Weiss-Haus, Rostock, SoBi, Später Arbeiten -
Juli 11th, 2010Creative Commons, Kunst, Politik
Pulpo Angie von verstyler steht unter einer Creative Commons Namensnennung-Keine kommerzielle Nutzung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland Lizenz.
Nach Mehrheitsproblemen hat schwarz-gelb jetzt beschlossen, den Tintenfisch Paul zukünftig entscheiden zu lassen. Hoffentlich behält er Recht und führt uns aus der Krise. Eine Krise hat er ja schon erfolgreich bewältigt: Nationalstolz für alle ist dank Deutschlands Niederlage zur Fußball-WM schon ein wenig erträglicher geworden. Er wird also nicht ausgebürgert, schwimmt nicht nach Spanien und wird auch nicht aufgegessen.
Tags: gelb, Mehrheit, Merkel, NRW, Paul, Pulpo Angie, Pulpo Paul, schwarz, Tentakel Orakel, Tintenfisch -

Welch eine Ehre: Das Projekt “Später Arbeiten, welches im Jahre 2006/07 in Leipzig stattfand und eine kleine feine Fotoausstellung hervorbrachte, wird dieses Jahr auf dem Fusion-Festival in der Oase ausgestellt. Am Donnerstag, dem 24.06.10 findet von 14-16 Uhr die Vernissage meiner sowie drei weiterer Ausstellungen statt. Täglich von 13-14 Uhr werden alle KünstlerInnen zur Ausstellungsbegleitung vor Ort sein.
Guten Morgen! Und? Ausgeschlafen?
Auf den Bildern siehst du Menschen, denen es genauso geht wie dir.
Menschen, die gezwungen werden, sich fernab ihres natürlichen Biorhythmus‘ zu bewegen.
Die Bilder zeigen Zufrühmorgens-, Frühmorgens- und Spätmorgensgesichter. Die Menschen wurden teils an ihren freien Tagen, teils an Arbeitstagen gewaltsam geweckt und gegen 5 Uhr, gegen 7 Uhr und gegen 11 Uhr fotografiert.

Dass manche Menschen früh morgens nicht aus dem Bett kommen, mag dem einen oder der anderen schon aufgefallen sein. Auch, dass es sich dabei nicht nur um Trägheit oder gar Faulheit handelt, sollte zumindest dem Teil der Bevölkerung bewusst sein, der genau darunter leidet: Sie werden gezwungen, sich fernab ihres natürlichen Biorhythmus‘ zu bewegen.
Schon in der Schule fällt es auf, dass die Frühaufsteher (Lerchenmenschen) bessere Noten schreiben und die Eulenmenschen noch lange nicht leistungsfähig sind. Der heutige Arbeitsalltag mit Schichtarbeit, Fließbandproduktion und immer längeren Öffnungszeiten schlägt sich anschließend wieder besonders auf die „Eulen“ nieder, da ihre Existenz davon abhängt, sich den vorgeschriebenen Zeiten zu beugen und tagtäglich ihre eigene Uhr mit Füßen zu treten. Wie wäre es wenn jeder Mensch nach seinen eigenen Bedürfnissen und seiner persönlichen Natur entsprechend leben und arbeiten könnte? Die „Lerchen“ bekommen keine Nachtschichten mehr und die „Eulen“ dürfen länger schlafen. Beide Gruppen wären dann zu ihrer präferierten Zeit voller Tatendrang und fähig, dass zu tun was sie antreibt – und das sogar mit der Möglichkeit auf verringerten Kaffeekonsum. Ein bedingungsloses Grundeinkommen gäbe den Menschen die Freiheit, sich persönlich zu entfalten, ihrer natürlichen Uhr zu folgen und ein „ganz anders“ möglich zu machen. Hoffnungsvoll blicke ich einem Umdenken in Arbeits- und Gesetzgebung entgegen.
Raffael Jesche

Später Arbeiten ist ein Projekt von Raffael Jesche in Kooperation mit Hello Studios sowie Anton Barske und Manuel Pietzsch. Es fand 2006/07 im Rahmen des Projekts 100.000 EURO JOB in Leipzig statt.
Diese Ausstellung wird freundlicherweise unterstützt von LAG Bedingungsloses Grundeinkommen der Partei DIE LINKE. Sachsen. Weitere Informationen sowie die Dokumentation zum Projekt finden sich auf www.spaeter-arbeiten.de
Ein Projekt von:
In Kooperation mit:
Gefördert durch:
DIE LINKE LAG Bedingungsloses Grundeinkommen Sachsen
Tags: 100.000-EURO-JOB, Arbeit in Zukunft, Bedingungsloses Grundeinkommen, Biorhythmus, Die LINKE, Fotografie, Fusion, Fusion-Festival, Hello Studios, Kulturstiftung des Bundes, LAG Bedingungsloses Grundeinkommen der Partei DIE LINKE. Sachsen, Leipzig, Oase, Später Arbeiten
Ein Projekt im Rahmen des Projekts 100.000 EURO JOB – gefördert mit Mitteln der Kulturstiftung des Bundes im Programm „Arbeit in Zukunft“. -

Nachdem am 10.06.10 der neue Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV) unterschrieben wurde, sind nun alle Betreiber von Angeboten im Netz freiwillig verpflichtet, jugendbeeinträchtigende Inhalte zu kennzeichnen. Da ich zu faul bin, alle Bilder, Fotos und Artikel zu prüfen, ob sie nun ab 6, 12, 16 oder 18 Jahren erst erhebliche Schäden anrichten können, ist jetzt einfach alles ab 18.
Liebe Jugendliche, liebe Kinder, mir tut es Leid, euch sagen zu müssen: Raus hier! Möglicherweise werde ich zukünftig jugendbeeinträchtige Inhalte veröffentlichen oder habe es sogar bereits getan. Dass ich hier unter Anderem Projekte für Jugendliche vorstelle spielt dabei keine Rolle. Absurderweise zähle ich mich selbst auch noch zur eher jugendlichen Altersgruppe und sollte also zukünftig mein eigenes kleines Blog meiden. Es tat ja schon weh, mein Bild “paraDies & paraDox” zu zensieren. Es entstand für den Wettbewerb um den Jugendkunstpreis der LKJ Sachsen zum Thema WIR.tuell und enthält viele Inhalte aus dem virtuellen Geschehen, welche ich nun vorsichtshalber erst ab 18 zugänglich machen kann.

Jugendkunstpreis "paraDies & paraDox" zum Thema WIR.tuell ist jetzt leider ab 18. Der neue Jugendmedienschutzstaatsvertrag (JMStV) macht's möglich.
Wenn du dir dein Internet gerne selbst zensieren möchtest, da ja schon das Stopp-Schild von Zensursula gescheitert ist, kannst du dir den FSZ 18-Balken als PDF-Datei einfach ausdrucken und auf deinen Monitor kleben. Natürlich kannst du auch den kleinen FSZ 18-Balken als PNG-Datei oder als SVG-Datei herunterladen und ihn über deine Profil-Bilder stülpen. So kannst du sicherstellen, dass auch wirklich alle möglicherweise jugendbeeinträchtigenden Inhalte im Internet bleiben und niemals zu dir nach Hause oder gar in deinen Kopf gelangen können. Für aktuelle Informationen zum JMStV, Netzsperren und Internetpolitik empfehle ich netzpolitik.org und den AK Zensur.
Tags: Ab 18, freiwillige Selbstzensur, fsz 18, Internetzensur, JMStV, Jugend, jugendbeeinträchtigend, Jugendmedienschutzstaatsvertrag, Zensursula -
April 9th, 2010Ausstellung, Kunst, Leipzig, Politik, Projekte, Street ArtEin weiteres Highlight aus dem Leipziger Wunderland startet am 25. April auf dem Feinkosthof. Wundersprüh ist ein Graffiti-Workshop für Jugendliche zwischen 13 und 18 Jahren. Dort werden der jungen Generation Leipzigs nicht einfach nur Techniken vermittelt, sie werden dabei auch angeregt, sich Gedanken über eigene Utopien, ihr persönliches Wunderland zu machen und diese auf Holztafeln der Öffentlichkeit zu präsentieren. Alle Werke, die im Laufe des Tages entstehen werden anschließend in die Fenster auf der Westseite (am Aldi-Parkplatz) eingesetzt und somit zu einer riesigen Dauerausstellung in luftiger Höhe, welche so schnell nicht wieder übermalt wird.
Die Wundersprüh-Ausstellung wird zeitgleich mit der Abschlussveranstaltung “Multidimensionales Wunderland”, der Ausstellung aller Werke und Ergebnisse des Wunderland-Projekts, am 4. Juni 2010 eröffnet und feierlich präsentiert. Multidimensionales Wunderland wird für vier Wochen im Eishaus (ehemaliger Norma) in der Feinkost zu sehen sein und die Wundersprühausstellung natürlich noch viel, viel länger.Alle Infos zum Wundersprüh-Workshop gibt es auf mein-wunderland.eu und hier geht es zur Anmeldung.
Unterstützt wird das Projekt dankenswerter Weise von Jugend in Aktion, der Feinkostgenossenschaft, Molotow sowie der Vorratskammer, Königsschmiede und verstyler.
http://mein-wunderland.eu/wunderspruehTags: Feinkost, Graffiti, Jugend, Kunst, Leipzig, Molotow, Projekt, Utopie, Workshop, Wunderland, Wundersprüh -
März 25th, 2010Kunst, Leipzig, Politik, Projekte, Street ArtHeute war ich zu Gast im Westwerk, wo die Vorbereitungen für den Brimboria-Kongress in vollem Gange sind. Ein Interview mit den Organisatoren bringt nun Licht ins Dunkle, was es mit der subversiven Strategie des Fake auf sich haben könnte:
verstyler: Vom 16. bis 18. April findet also der Brimboria-Kongress in Leipzig statt. Dabei behandelt ihr „die subversive Strategie des Fake“. Was genau kann ich mir jetzt darunter vorstellen?
brimboria: Unter dem Label „Brimboria“ beschäftigen wir uns innerhalb von verschiedenen Formaten mit dem Themenfeld „subversive Kunst“. Das meint insbesondere nicht die ausgetretenen Wege zu gehen, eben neuartige, clevere, kreative Aktionen zur Bekanntmachung eigener Interessen und Ideen benutzen, um eine vernünftigere Gesellschaft einzufordern.
Dieses Thema ist für uns äußerst spannend, weil wir in bestimmten künstlerischen Praxen ein geeignetes Mittel sehen, Debatten anzuregen, RezipientInnen zu verstören und anzuturnen. Es ist natürlich auch ein gewisses spielerisches Interesse, Möglichkeiten von Interventionen innerhalb bestehender Verhältnisse zu sammeln und zu erforschen.
Eine bestimmte Praxis, die wir mittlerweile sehr lieb gewonnen haben, ist die Strategie des Fake. Was genau das ist, wie das funktioniert und warum es nötig ist, ist das Thema des ersten BRIMBORIA Kongresses.verstyler: Fake – habt ihr keine Angst, dass es da rechtliche Probleme geben wird? Allein die vielen Bilder auf eurer Website erinnern doch stark an bekannte Supermarktketten. Bei dem heutigen Abmahnwahn ist das doch ein gewisses Risiko? Weiterlesen »
Tags: brimboria, fake, jugend in aktion, kongress, Leipzig, subversiv, westwerk -

Vortrag – Der Mensch als Erwartungswert:
Probleme der Statistik am Beispiel “Ausländerkriminalität”Ob Wahlkampf oder nicht, immer wieder wird das Problem “Ausländerkriminalität” aus dem Hut gezaubert. Wobei die pauschale Verurteilung, dass “Ausländer/innen” bzw. Menschen mit Migrationshintergrund nicht nur “anders”, sondern per se auch kriminell sind, nicht selten das Hauptmotiv solcher Debatten ist.
Zur Begründung werden auch immer wieder die Kriminalstatistiken der Polizei herangezogen. Auch das Empfinden vieler Einzelner korrespondiert durch persönliche Erfahrungen und die Berichterstattung bestimmter Medien mit dem Mythos der “Ausländerkriminalität”.
Was es jedoch mit diesen Statistiken auf sich hat und inwiefern überhaupt von einem Spezialproblemfeld “Ausländerkriminalität” gesprochen werden kann, wird von dem Referenten Tilman Loos erörtert werden.
Mit anschließender Diskussionsrunde.
Eingeladen sind alle Interessierten für den 29. März, 19.30 Uhr
Tags: Ausländerkriminalität, Berichterstattung, Diskussion, Erwartungswert, Kriminalstatistiken, Leipzig, Mensch, Polizei, Villa e.V., Vortrag, Wunderland
im soziokulturellen Zentrum, “Die Villa”
freier Eintritt -
März 23rd, 2010Creative Commons, Kunst, Politik
Fleischliche Lust von verstyler steht unter einer Creative Commons Namensnennung-Keine kommerzielle Nutzung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland Lizenz.
Während meines Lieblingshörspiels mit der heutigen Folge “Die schamlose Gesellschaft – Wer schützt die Tabus?” musste ich mir spontan zwei Fragen stellen:
1. Bin ich Teil unserer schamlosen Gesellschaft? – Ja.
2. Ist Rinderkinderpornografie verboten? – Nein. Vor allem nicht, wenn es sich um gegrillte Rinderkinder handelt.
Deshalb gibt es ab heute kostenlos ein echtes gegrilltes Rinderkinderporno-Bild zum Download. For free und unzensiert! Leider ist dies das einzige Bild, das ich veröffentlichen kann, da alle weiteren Fotos zur Sicherheit zensiert wurden. Gut, dass ich schon vor ein paar Wochen einen Hinweis auf meiner bescheidenen Seite platziert habe, dass ich möglicherweise jugendgefährdende Inhalte veröffentlichen könnte – zur Sicherheit natürlich. Steht irgendwo rechts weiter unten.
Um das Bild herunter zu laden, einfach mit der rechten Maustaste draufklicken und “Bild speichern unter…” wählen. Größere Formate gibt es auf Anfrage.
Stoppt die Gewalt gegen Döner. Auch gegrillte Rinderkinder haben Rechte. Schützt unsere Jugend! – vor Zensur(sula). Guten Appetit.
Abschließend muss ich noch loswerden, dass die Sendung wie immer gut war und dieser Artikel keineswegs gegen Phoenix-Streams hetzen soll. Er hat mich einfach nur inspiriert, ein weiteres Tabu zu brechen und nackte Tatsachen zu präsentieren.
Tags: Döner, download, Fleisch, free, kostenlos, Lust, Rinderkinderpornografie, Tabu, unzensiert





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