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Sommerakademie linksjugend Leipzig
Die linksjugend Leipzig lädt herzlich ein zur Sommerakademie. Vom 17. – 18.08.12 werden zahlreiche Workshops angeboten und anschließend wird gefeiert. Angeboten werden nicht nur folgende Themen(-vorschläge) für die Workshops und Diskussionen. Es darf auch fleißig vorher abgestimmt werden, was vielleicht doch rausfliegen soll und ob nicht etwas völlig anderes auf der Seele brennt.
Themen
Schule ohne Sechsen. Und ohne Einsen.
Aber dann würde ja Chaos an Schulen ausbrechen und niemand würde mehr was lernen. Denkste! Warum und wieso Bildung nicht nur auch ohne Noten möglich, sondern sogar besser sein kann, wird hier unter anderem diskutiert.Drogen Legalisieren! Alle? Alle!
Drogentote, Bleivergiftungen, Sucht, mafiöse Strukturen und ein Drogenkrieg mit unzähligen Opfern. Schuld sind die Drogen? Oder das Verbot? Und: Wer darf eigentlich was mit dem eigenen Körper anstellen?Das ist doch behindert!
Über den Behinderungsbegriff.
Wer noch nicht groß drüber nachgedacht hat oder völlig ahnungslos ist, ist hier richtig: Was ist eigentlich eine Behinderung? Ist man behindert oder wird man behindert? Wie betrachtet die Gesellschaft Behinderung? Wie wird stigmatisiert? Und wie kann enthindert werden?Wer ist eigentlich Schuld an der Wirtschaftskrise?
Antworten gibt‘s bekanntlich viele: „die gierigen Manager“, „der Markt“, „die Juden“, „die Griechen“. Ist aber alles Quatsch. Warum und wieso wird in diesem Einführungsworkshop erklärt.Rosa Elefanten & Kriminelle Ausländer
Was hat das denn miteinander zu tun? Genau so viel, wie die Behauptung, „Ausländer“ seien krimineller, etwas mit der Realität zu tun hat: nix! Hier werden der Mythos und die Fehlschlüsse aus den Kriminalstatistiken erklärt.„Green New Deal“ – Top oder flop?
Die Grünen wollen einen „Green New Deal“ und damit die Welt retten. Warum das nicht funktionieren kann, darum geht‘s hier.Bier Heil? Nationalism is no Party!
Kurz erklärt: was Partypatriotismus ist und warum wir ein Problem damit haben.Essen, Trinken, Liegen und Tanzen
Vegan Kochen
Vegan kochen ist schwierig und schmeckt nicht. Kann sein, muss aber nicht. Deshalb: einfach gemeinsam herausfinden.Chill-Out Area
Selbsterklärend hoffentlich. Und wenn nicht, kann das ja im Liegen besprochen werden.Soli-Casinoabend:
Blackjack, Poker & Mehr
Solicasino inkl. Pokerturnier, Blackjack, Roulette netten Drinks und Zigarrenqualm – für einen sinnvollen politischen Zweck.Party
Bekanntlich eine unserer Kernkompetenzen. Ansonsten muss hier nicht viel gesagt werden, denn die Kombination aus Musik, Lokation, Menschen und ggf. Getränken ist hinlänglich bekannt.Organisatorisches
Kosten: Keine
Zeit: Fr. 17.08. – Sa. 18.08
Ort: Interkulturelles Konversationscafé
Emilienstraße 17 (hinter dem LVZ Gebäude, Südvorstadt)
Anmeldung (wäre praktisch, muss aber nicht)
Mail an: sommerakademie [at] safe-mail [punkt] netLinks zur Website, zur Facebook-Seite und zur Abstimmung.
Tags: Casino, Interkulturelles Konversationscafé, linksjugend, linksjugend Leipzig, Party, Sommerakademie, Workshop -
August 2nd, 2012Ausstellung, Festival, Kunst, Politik, ProjekteIn einem idyllischen Tal bei Döbeln war vom 22. – 24.06.12 das schicke, kleine do-it-yourself – reich&schön-Festival zu finden. Wer genauer hingeschaut hat, konnte neben einer riesigen Palette an Bands sowie noch mehr reichen und schönen Menschen wieder die Malusphäre entdecken.
Tags: diy, Malusion, Malusphäre, reich und schön
Fotos gibt es hier. -
Juli 31st, 2012Ausstellung, Festival, Kunst, Politik, ProjekteDas alljährliche Pfingstcamp der linksjugend Sachsen ging vom 15. – 28.05.12 am neuen Standort Doksy in die zweite Runde. Mehr als 400 workshop- und feierwütige Menschen aus (fast) der ganzen Welt freuten sich über Theater, akzeptierende Drogenarbeit, Frontex, Stenciln, Entspannung, Acid, Milch & Honig und vielem, vielem mehr. Mittendrin stand die Malusphäre. Sie setzt sich aus Malen und Atmosphäre zusammen und ist eine Weiterentwicklung der Malusion (=Malen+Diskussion und einem Hauch von Illusion) zu einem interaktiven, mobilen Ausstellungs- und Arbeitsraum. Das Konzept in aller Kürze ist, dass eine grobe Raum- und Lichtsituation geschaffen wird und die BesucherInnen aufgefordert sind, sich den Raum anzueignen, mit zu gestalten und neue Gemeinschaftswerke zu schaffen, die wiederum hinterher die Wände verzieren. Schwarzlicht, farbenwechselnde Strahler und Rettungsdecken sorgen für Glitzer und Atmosphäre. Alles weitere passiert vor Ort. Wenn viele mitmachen, passiert viel und jedes Mal ist es anders.
An dieser Stelle möchte ich dem Werk 2 auch noch einmal großen Dank für das geniale Messebausystem aussprechen: Dankeschön.
Fotos gibt es hier und Impressionen vom Pfingstcamp sind in diesem Video eingefangen:
Tags: linksjugend Sachsen, Malusion, Malusphäre, Pfingstcamp -
März 31st, 2012Ausstellung, Kunst, PolitikDie Linke Medienakademie (LiMA) vom 21.-25.03.12 in der UdK und der TU Berlin wurde diesmal mit einer Plakat-Ausstellung des Künstlers Klaus Staeck und einem trojanischen Zeitungspferd garniert. Die Ausstellung sowie das Pferd wurden von Holger Klemm, Berliner Journalist und Dozent in der Erwachsenenbildung, initiiert. Über 100 ausgewählte Plakate von 1969-2011 schmückten die Eingangshalle der Universität der Künste für fünf Tage. Am letzten Tag wurden die Plakate gegen Spende an die BesucherInnen der LiMA heraus gegeben, auf dass sie in heimischen Küchen und Wohnzimmern weiterhin gesehen werden. Die Spenden werden für eine Ausstellung zur LiMA 2012 verwendet.
Das trojanische Pferd mit einem U-Boot als Körper stand vom ersten Tag an als Gerüst herum und wurde im Laufe der Zeit mit recycelten Boulevard-Blätten, gekochten Bild-Zeitungen und Pappmaché von Holger Klemm, mir und Gästen der LiMA umgestaltet.
Tags: Berlin, Klaus Staeck, LiMA, Linke Medienakademie, TU Berlin, UdK -
März 31st, 2012Ausstellung, Kunst, Leipzig, Politik, ProjekteFür den diesjährigen Rundgang vom 09. bis 12.02.12 entwickelten Studenten der Hochschule für Grafik und Buchkunst in einem klassen- und jahrgangsübergreifenden Projekt die Hausmesse Vision2020. Es wurde eine Dystopie dargestellt, wie der Hochschulbetrieb aussehen könnte, wenn sich die HGB an den Hochschulentwicklungsplan 2020 hält. An vier Messeständen im Lichthof wurden, piekfein im Anzug, Räume der Hochschule als Gewerberäume feilgeboten, Antidepressiva direkt an die Zielgruppe gebracht, der Umbau des Obergeschosses als Wellnessbereich beworben und kreativ-kritische KünstlerInnen an Unternehmen vermittelt.
Erschreckend war, wie viele Besucher die Geschichten geglaubt haben. So realitätsnah ist es scheinbar schon. Einige Studentinnen und Studenten, die ich dazu befragte, hatten sich nicht einmal die Messe angeschaut, da sie dachten, es wären reine Sponsorenstände. Es stellt sich also die Frage, ob wir dank Messe- und Anzug-Optik nicht noch wesentlich mehr hätten verkaufen können und alle hätten es weiterhin für realistisch angesehen. Die Leipziger Internetzeitung hat in einem Artikel über den Rundgang gut beschrieben, wie die Lage an sächsischen Hochschulen momentan aussieht und auf Kreuzer online gibt’s auch noch was zum Rundgang und zur Messe.Vision 2020 from Jakub Simcik on Vimeo.
Tags: Bildung, HGB, Hochschule für Grafik und Buchkunst, Messe, Rundgang, Vision2020 -

Junge, engagierte Menschen aus Halle und Leipzig stellen sich vor. Am 23. Mai ab 20 Uhr ist die Projektgalerie, welche zuvor von 20 Jugendlichen erstellt wird, mit Kulturprogramm, Buffet und MaleLE-Malusion im Club Telegraph eröffnet.
Tagsüber tauschen die Projektmacherinnen und -macher im Seminar persönliche Erfahrungen im Projektmanagement aus und erweitern ihr Fachwissen im Teammanagement, Fundraising, Recht oder Vernetzung. Nicht nur zur Vernetzung, sondern auch zur Anerkennung des Engagements sind zahlreiche Gäste aus Politik und Kultur geladen um in lockerer Atmosphäre Politik als auch Jugendengagement hautnah und in Farbe erleben zu können.
Das Kulturprogramm wird von den Teilnehmenden selbst gestaltet. Der Eintritt ist frei und die Türen sind für alle Interessierten geöffnet. Pünktlichkeit wird mit leckerem Buffet belohnt. Am 23. Mai, 20 Uhr im Club Telegraph, Dittrichring 18-20, 04109 Leipzig.
Einige vertretene Projekte/Organisationen:
EuroPeers
Wunderland
Halle gegen Rechts – Bündnis für Zivilcourage
Apfelfront
Brimboria Institut
Remember GuruKulturprogramm:
(wächst mit der Zeit und dem spontanen Angebot der Teilnehmenden)Henryque Inglesias LIVE
DJs: Kurt Babeck, Robert Hecht
Projektgalerie
MaleLE-Malusion
Multiple-Choice-Test zu JUGEND in Aktion
(Un)Wohlfühlräume in LeipzigWorkshops:
Die Workshops finden im Seminarraum des Europa-Haus-Leipzig e. V., Markt 10, 04109 Leipzig statt. Inhalte, die vermittelt werden: Teammanagement, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Fundraising, Recht sowie Vernetzung und Kommunikationswege. Die meisten Workshops werden von den Teilnehmenden selbst referiert. Im Anschluss wird eine Projektgalerie erstellt und abends ausgestellt.
Alle aktuellen Infos zum Kulturprogramm oder Neuanmeldungen sind auf multiple.verstyler.de zu finden.
Multip.LE:choice ist ein Projekt im Rahmen der europäischen Jugendwoche 2011 und wird dankenswerterweise unterstützt von JUGEND in Aktion.
Tags: Apfelfront, brimboria, Engagement, Europa-Haus-Leipzig e.V., European Youth Week, EuroPeers, Europpäische Jugendwoche, Halle, jugend in aktion, Leipzig, MaleLE, Malusion, multip.LE:choice, Projektgalerie, Telegraph, Workshop, Wunderland -
März 24th, 2011Ausstellung, Kunst, Leipzig, PolitikAngela Merkel und Gregor Gysi hängen zusammen rum, gleich daneben sind Sebastian Krumbiegel, Christian Führer und Udo Lindenberg. Was auf den ersten Blick ungewöhnlich scheint ist auch so. Um auf Toleranz, Inklusion und Akzeptanz autistischer Menschen hinzuweisen, malte Gee Vero – selbst Autistin – „halbe“ Bilder, welche von mehr als 30 Persönlichkeiten aus Kultur, Politik und Wissenschaft zu einem Ganzen vervollständigt wurden. Die Ausstellung ‘The Art of Inclusion’ findet vom 01. bis 10. April 2011 im Leipziger Tapetenwerk statt. Die Werke werden anschließend zu Gunsten der Autismusambulanz Leipzig versteigert.
Die Künstlerin nutzt Gemeinschaftswerke um Inklusion zu verdeutlichen. Inklusion beschreibt den Zustand der Veränderung wenn verschiedene Kulturen oder Ansichten aufeinander treffen und sich gegenseitig verändern. Etwas Neues wird geschaffen. Die Hoffnung, dass Autismus in unserer Gesellschaft einen sichtbaren Platz einnehmen kann, akzeptiert und geachtet, nicht als Behinderung oder „anders“ abgetan wird, ist ihre Motivation für dieses Projekt. Seit April 2010 arbeitet sie bereits daran.
„Ihr Engagement über dieses Projekt mehr Toleranz, Inklusion und Akzeptanz für autistische Menschen zu erreichen, beeindruckt mich sehr.“ äußerte sich Bundesministerin Ursula von der Leyen zu ‘The Art of Inclusion’. „Denn Sie können aufgrund eigener Erfahrungen am Besten nachvollziehen, wie wichtig es ist, dass Menschen mit Autismus überall einbezogen werden, sich mit ihren Fähigkeiten und Talenten einbringen können und sie wie selbstverständlich dazugehören.“
Gee Vero, seit 1990 auch bekannt als Bareface, schrieb die vielen Mitwirkenden, die ‘The Art of Inclusion’ mit ihrer Signatur, Malereien oder Sprüchen unterstützen, nur per Mail oder Post an. Telefonieren und persönliche Gespräche fallen ihr schwer, da sie das Asperger-Syndrom hat. Einzig Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung wurde sogar telefonisch kontaktiert. Wenn man mit ihr alleine spricht, fällt es überhaupt nicht auf. Sie kommt mit einem strahlenden Lächeln in den Raum und wirkt wie jeder andere Mensch auch. Sobald eine weitere Person den Raum betritt, ist dann schon eine gewisse Unruhe zu spüren. Ihre eigentliche Sprache sind ihre Bilder und mit dieser Ausdrucksform kommuniziert sie in ihrem Projekt mit den Unterstützenden und Mitmalenden. Die entstandenen Dialoge wiederum sprechen uns als Betrachter der Bilder an. Anfangs musste sie sich noch daran gewöhnen, ihre Bilder zerschneiden zu müssen und andere Menschen hinein malen zu lassen. Mit der Zeit hat sich sich aber daran gewöhnt. Inklusion kann eben auch weh tun. Wenn wir alle unsere Augen öffnen und den Schritt nach vorn wagen, werden wir aber feststellen, dass ihr Anliegen nicht nur eine Illusion, sondern vielleicht bald Realität ist.
Alle Werke werden ab dem 2. April – dem Weltautismustag – bis zum Ende der Ausstellung auf ebay versteigert. Die Erlöse kommen der Autismusambulanz Leipzig zu Gute. Dort wird auch ihr sechsjähriger Sohn Elijah behandelt. Er hat frühkindlichen Autismus, spricht nicht und ist doch ein Kämpfer – wie seine Mutter. Um ihren eigenen inneren Kampf nicht zu erschweren wird die Vernissage nicht groß angekündigt. An allen anderen Tagen darf und soll die Ausstellung in Scharen besucht werden.
‘The Art of Inclusion’ ist vom 1. bis 10. April 2011 im Tapetenwerk, Lützner Straße 91, 04177 Leipzig, von Montag bis Freitag von 11 bis 19 Uhr und samstags von 10 bis 19 Uhr zu bestaunen. Ein Bild von mir ist auch mit dabei.
Link zum Bareface-Blog und zum Tapetenwerk.
//edit 10.08.11
Tags: autism, Autismus, Bareface, Gee Vero, Inklusion, Tapetenwerk, The Art of Inclusion
Auf bareface.jimdo.com gibt es noch mehr Fotos. -

Unter dem Motto „Europäisch gewürzt: Misch mit!“ startete vergangenen Mittwoch das 2. deutschsprachige Jugendforum in Wien. Mit etwa 200 VertreterInnen von Vereinen, Initiativen und Institutionen aus allen beteiligten Ländern (Belgien, Deutschland, Liechtenstein, Luxemburg, Österreich, Schweiz) wurden die Schwerpunkte Teilhabe, Bildung und Inklusion bearbeitet. Neben Experteninputs, Diskussionen mit PolitikerInnen und Workshops wurde das Programm auch mit Improtheater, einem Konzert, Party und Stadtführungen abgerundet.
Untergebracht waren wir im Europahaus am Rande von Wien in gemütlicher Lage mit Parks, riesigem Seminarsaal und schicken kleineren Seminarräumen im dazugehörigen Schlösschen. Die Verpflegung war sehr bekömmlich und auch die Orga verdient ein großes Lob. Das gesamte Programm verlief strukturiert und bot trotz seiner Fülle genügend Raum, mit den vielen Teilnehmenden ins Gespräch zu kommen, zu netzwerkeln und über Projektkooperationen nachzudenken.
Viele Methoden und Inhalte für eine europäische Jugendstrategie (Schwerpunkt: nicht formales Lernen, also weg vom Frontalunterricht) wurden vorgestellt und diskutiert. Die erste Nähe zu ProgrammreferentInnen wurde durch deren szenisches Darstellen oder Zeichnungen von jugendpolitischen Begriffen vor der gesamten Gruppe geschaffen. Im World Café wurden eigene Erfahrungen mit der europäischen Jugendpolitik ausgetauscht. Anschließend wurden politische Begriffe durch Teilnehmende auf der Bühne durch Posen mit kurzen Statements dargestellt. Dabei wurden z. B. Barrierefreiheit, Visumspflicht oder Jugend thematisiert. Mein Beitrag, einen Stuhl über dem Kopf tragend, „Ich bin das Ehrenamt und ich stütze ein Sozialsystem, das sich der Staat nicht mehr leisten kann“ führte leider zu leichten Muskelverspannungen, da immer mehr Beiträge folgten. Weniger anstrengend endete der Mittwoch mit einem Improtheater.

Malusion beim 2. deutschsprachigen Jugendforum in Wien
Am Donnerstag stellten sich über 30 Vereine und Organisationen auf dem Marktplatz vor. Kurz darauf starteten zwei Workshopphasen, welche von Teilnehmenden angeboten wurden. Dort stellte ich auch das im Wunderland-Projekt entwickelte Malusionskonzept vor. Es kam erstaunlich gut an (die Altersklasse war wesentlich höher, als alle Malusionen zuvor). In gerade mal zwei Stunden war es mit 12 Mitwirkenden, von denen fünf anfangs behaupteten, sie könnten nicht malen, möglich, ein Werk zum Thema „europäisch gewürzt“ im A0-Format zu schaffen. Ein paar Zentimeter sind zwar noch weiß geblieben, dennoch ist es mit Abstand die bunteste Workshop-Präsentation auf dem Forum geworden. Abends heizten junge Talente vom KUS-soundproject mit einem Konzert mächtig ein. Die Party danach war leider viel zu schnell zu Ende und es zeigte sich erstmals die Schattenseite des Europahauses: Wien-Hütteldorf klappt die Bürgersteige sehr zeitig hoch.
Freitags bekamen alle Anwesenden nach einem kleinen Rückblick über die Geschehnisse der letzten Tage die Gelegenheit, mit Verantwortlichen aus verschiedenen Ministerien, Ämtern und Institutionen auf regionaler, nationaler und europäischer Ebene aus allen beteiligten Ländern in den Dialog zu treten. Als Abschluss des Forums besichtigten wir Wiens innerstädtische Sehenswürdigkeiten. Die richtige Richtung konnten wir dank des leuchtenden Laserschwertes von Fremdenführer und EuroPeer Bart nicht verfehlen.
Das Jugendforum war ein voller Erfolg und es hat mir viel Freude bereitet. Einziger Wermutstropfen: die Jugend selbst hätte beim Jugendforum stärker vertreten sein können.

Wien bei Nacht
Nachdem nun alles geschafft, die meisten Leute abgereist und Wien immer noch da war, besichtigte ich noch eine schöne Graffiti-Ausstellung mitten im Zentrum. Unter farbig beleuchteten Brücken, vorbei an kleinen Clubs auf Schiffen am Flussufer der Donau entlang sind Mauern voller Werke Wiener Graffiti-KünstlerInnen in strandigem Ambiente zu bestaunen – eine Sehenswürdigkeit, die neben den gigantischen Prunkbauten und Designerpalästen kaum auffällt.
Noch mehr Fotos aus Wien bei Tag und bei Nacht.
Tags: Bildung, EU, europäisch gewürzt, Graffiti, Inklusion, jugend in aktion, Jugendforum, Jugendpolitik, Jugendstrategie, Malusion, Misch mit!, Teilhabe, WienUnter dem Motto „Europäisch gewürzt: Misch mit!“ startete vergangenen Mittwoch das 2. deutschsprachige Jugendforum in Wien. Mit etwa 200 VertreterInnen von Vereinen, Initiativen und Institutionen aus allen beteiligten Ländern (Belgien, Deutschland, Liechtenstein, Luxemburg, Österreich, Schweiz) wurden die Schwerpunkte Teilhabe, Bildung und Inklusion bearbeitet. Neben Experteninputs, Diskussionen mit PolitikerInnen und Workshops wurde das Programm auch mit Improtheater, einem Konzert, Party und Stadtführungen abgerundet.
Untergebracht waren wir im Europahaus am Rande von Wien in gemütlicher Lage mit Parks, riesigem Seminarsaal und schicken kleineren Seminarräumen im dazugehörigen Schlösschen. Die Verpflegung war sehr bekömmlich und auch die Orga verdient ein großes Lob. Das gesamte Programm verlief strukturiert und bot trotz seiner Fülle genügend Raum, mit den vielen Teilnehmenden ins Gespräch zu kommen, zu netzwerkeln und über Projektkooperationen nachzudenken.
Viele Methoden und Inhalte für eine europäische Jugendstrategie (Schwerpunkt: nicht formales Lernen, also weg vom Frontalunterricht) wurden vorgestellt und diskutiert. Die erste Nähe zu ProgrammreferentInnen wurde durch deren szenisches Darstellen oder Zeichnungen von jugendpolitischen Begriffen vor der gesamten Gruppe geschaffen. Im World Café wurden eigene Erfahrungen mit der europäischen Jugendpolitik ausgetauscht. Anschließend wurden politische Begriffe durch Teilnehmende auf der Bühne durch Posen mit kurzen Statements dargestellt. Dabei wurden z. B. Barrierefreiheit, Visumspflicht oder Jugend thematisiert. Mein Beitrag, einen Stuhl über dem Kopf tragend, „Ich bin das Ehrenamt und ich stütze ein Sozialsystem, das sich der Staat nicht mehr leisten kann“ führte leider zu leichten Muskelverspannungen, da immer mehr Beiträge folgten. Weniger anstrengend endete der Mittwoch mit einem Improtheater.
Am Donnerstag stellten sich über 30 Vereine und Organisationen auf dem Marktplatz vor. Kurz darauf starteten zwei Workshopphasen, welche von Teilnehmenden angeboten wurden. Dort stellte ich auch das im Wunderland-Projekt entwickelte Malusionskonzept vor. Es kam erstaunlich gut an (die Altersklasse war wesentlich höher, als alle Malusionen zuvor). In gerade mal zwei Stunden war es mit 12 Mitwirkenden, von denen fünf anfangs behaupteten, sie könnten nicht malen, möglich, ein Werk zum Thema „europäisch gewürzt“ im A0-Format zu schaffen. Ein paar Zentimeter sind zwar noch weiß geblieben, dennoch ist es mit Abstand die bunteste Workshop-Präsentation auf dem Forum geworden. Abends heizten junge Talente vom KUS-soundproject mit einem Konzert mächtig ein. Die Party danach war leider viel zu schnell zu Ende und es zeigte sich erstmals die Schattenseite des Europahauses: Wien-Hütteldorf klappt die Bürgersteige sehr zeitig hoch.
Freitags bekamen alle Anwesenden nach einem kleinen Rückblick über die Geschehnisse der letzten Tage die Gelegenheit, mit Verantwortlichen aus verschiedenen Ministerien, Ämtern und Institutionen auf regionaler, nationaler und europäischer Ebene aus allen beteiligten Ländern in den Dialog zu treten. Als Abschluss des Forums besichtigten wir Wiens innerstädtische Sehenswürdigkeiten. Die richtige Richtung konnten wir dank des leuchtenden Laserschwertes von Fremdenführer und EuroPeer Bart nicht verfehlen.
Das Jugendforum war ein voller Erfolg und es hat mir viel Freude bereitet. Einziger Wermutstropfen: die Jugend selbst hätte beim Jugendforum stärker vertreten sein können.
Nachdem nun alles geschafft, die meisten Leute abgereist und Wien immer noch da war, besichtigte ich noch eine schöne Graffiti-Ausstellung mitten im Zentrum. Unter farbig beleuchteten Brücken, vorbei an kleinen Clubs auf Schiffen am Flussufer der Donau entlang sind Mauern voller Werke Wiener Graffiti-KünstlerInnen in strandigem Ambiente zu bestaunen – eine Sehenswürdigkeit, die neben den gigantischen Prunkbauten und Designerpalästen kaum auffällt.
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Artikel 20 Absatz 4 im Grundgesetz würde zum zivilen Ungehorsam auffordern, wenn 18% der Deutschen eine von Sarazzin geführte Partei wählen würden, davon sogar 29% Linke-Wähler, Menschen den weit dahergeholten Statistiken und Einzelfallbeispielen einer Bild-Zeitung glauben würden, plötzlich durch Atomkraft-Lobbyismus Artikel 2, Absatz 2 GG außer Kraft gesetzt wird… wenn es nicht so weh tun würde, fielen mir jetzt noch viele weitere Beispiele ein. Da kann man schon ein bisschen stolz darauf sein, dass “wir” diese Verfassung haben. Wenigstens wird das nächste 4. Reich durch spontane Flugzeugabstürze über maroden Atomkraftwerken zerschlagen – da brauchen “wir Deutschen” uns ja gar keine Sorgen mehr machen.
Art 2
(1) Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt.
(2) Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Die Freiheit der Person ist unverletzlich. In diese Rechte darf nur auf Grund eines Gesetzes eingegriffen werden.Art 20
(1) Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat.
(2) Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Sie wird vom Volke in Wahlen und Abstimmungen und durch besondere Organe der Gesetzgebung, der vollziehenden Gewalt und der Rechtsprechung ausgeübt.
(3) Die Gesetzgebung ist an die verfassungsmäßige Ordnung, die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung sind an Gesetz und Recht gebunden.
(4) Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.Tags: Atomkraft, deutsch, Lobbyismus, Sarazzin, ziviler UngehorsamArt 20
(1) Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat.(2) Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Sie wird vom Volke in Wahlen und Abstimmungen und durch besondere Organe der Gesetzgebung, der vollziehenden Gewalt und der Rechtsprechung ausgeübt.(3) Die Gesetzgebung ist an die verfassungsmäßige Ordnung, die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung sind an Gesetz und Recht gebunden.(4) Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist. -
August 25th, 2010Ab 18, Ausstellung, Kunst, Politik
Später Arbeiten beim Ajuca 2010
Das Gelände kannte die „Später Arbeiten“-Ausstellung ja bereits. Das alternative Jgendcamp Ajuca findet seit sieben Jahren auf dem ehemaligen Flughafengelände des Kulturkosmos in Lärz statt. Dort ist auch alljährlich das Fusion-Festival zu finden, auf welchem die Ausstellung im Juni bereits zu sehen war. Vom 18. bis 21. August bekamen die Fotos also wieder einen schicken Platz. Das Camp ist selbstorganisiert, also ein Mitmach-Camp und kostet gerade mal 5 € pro Tag – nicht Eintritt, sondern für Getränke und Essen. Drei Mahlzeiten täglich werden von verschiedenen VoKüs zubereitet und die CampteilnehmerInnen sind angehalten, beim Gemüse schneiden zu helfen. Da verschiedene Menschen verschiedene Essgewohnheiten haben, kocht das Küchenteam generell vegan. Auch sonst gilt es in allen Bereichen: Wo Hilfe benötigt wird, finden sich Leute, die gerne mithelfen und das Camp so zu einem schönen Erlebnis für alle Beteiligten machen. Für verschiedene Aufgabenbereiche, wie zum Beispiel die täglich erscheinende Campzeitung werden Arbeitsgruppen gebildet und die großen Entscheidungen werden jeden Morgen beim großen Plenum gemeinsam nach dem Konsens-Prinzip besprochen und entschieden. Nazis, SexistInnen und aggressive Leute sind natürlich nicht willkommen.
Tagsüber finden verschiedene Workshops und Diskussionen zur politischen Bildung für die Jugendlichen statt. Beispiele wären „Was ist Kapitalismus?“, Streetartworkshop, Projektfinanzierung oder auch Argumentationshilfen bei der Unterstellung, man sei eine extremistische oder gar terroristische Gruppe. Abends klang der Tag dann tanzenderweise zu verschiedenen Konzerten und Djs und äußerst preisgünstigen Getränken aus. Insgesamt also ein tolles Camp und ich bin froh, dass es so etwas gibt.
Die Macht der Definition
Überraschend war das Konzept der Definitionsmacht. Dieses stand als allgemeine Regel fest und war zudem äußerst überrepräsentiert. Es ist nicht grundsätzlich schlecht und es lohnt sich, über bestimmte Ansätze nachzudenken. Definitionsmacht in feministischen Debatten bedeutet im Grunde, dass eine betroffene Person sexualisierter Gewalt selbst entscheiden kann, welche Handlungen für sie einen sexuellen Übergriff oder eine Grenzüberschreitung darstellen und nicht auf rechtsstaatliche Prinzipien zurückgreifen muss. Diese haben häufig zur Folge, dass erneute Traumatisierungen hervorgerufen werden können oder die Tat nicht beweisbar ist. Grundsätzlich ist das eine Problematik, die ich nicht abstreite. Auch dass die meisten sexuellen Übergriffe von Männern gegenüber Frauen ausgeübt werden und dass dies ein gesamtgesellschaftliches Problem darstellt streite ich nicht ab. Problematisch war die Allgegenwärtigkeit durch Plakate, Texte in der Camp-Zeitung, Seminarangebote zum Thema, die (scheinbare) Männerfeindlichkeit sowie die Möglichkeit, willkürlich unbegründet sanktionieren zu können.
Wenn ich auf ein Sommercamp fahre, möchte ich Spaß haben, Fremden gegenüber offen und ehrlich begegnen, vielleicht sogar eine Frau kennenlernen, welche mit mir gemeinsam Spaß am Sex hat – sofern es sich denn ergibt. Eine Omnipräsenz von Plakaten der meines Erachtens schlechten „NEIN heißt NEIN“-Kampagne, in denen ich als Mann aufgefordert werde, Stille, „Vielleicht später“ oder auch „…“ als eindeutiges Nein aufzufassen und sollte ich dies nicht respektieren, ein Vergewaltiger sei, veranlasst mich zu einer schlechten Grundstimmung, aus Angst wegen Blicken, Sprüchen oder Ähnlichem als Vergewaltiger abgestempelt zu werden. An anderer Stelle wurden wieder genau zwei Begriffe als einzige nicht gegendert: DIE Betroffene und DER Vergewaltiger, bzw. Täter. Speziell solche Formulierungn wie „Das bedeutet auch, niemensch sonst kann erstens darüber urteilen, was die Betroffene erlebt hat und wie ‘krass’ die Grenzüberschreitung war und zweitens kann nur die Betroffene selbst wissen, was sie braucht, damit sie sich wieder sicherer fühlen kann.“, welche in einem Camp-Zeitungsartikel zu finden war oder „Achso, du als Mann* willst mir also erklären, dass meine Grenze, die gerade überschritten wurde, falsch ist […]. (*meint männlich sozialisiert)“ machen mich schon stutzig. In der Außendarstellung der Awareness-Gruppe wurde beschrieben, dass “auch Blicke, Sprüche und dominantes Redeverhalten Teil sexistischen Verhaltens sind” und weiter unten heißt es „Betroffene erfahren in dieser Gesellschaft viel zu wenig solidarische Unterstützung, stattdessen wird ihnen ihre Wahrnehmungen abgesprochen, sie müssen sich rechtfertigen und „Beweise“ für die erfahrene Gewalt erbringen. Deshalb handeln wir nach dem Prinzip der Definitionsmacht! Das bedeutet, dass die Betroffene definiert was vorgefallen ist. Uns ist es wichtig der Betroffenenperspektive Raum zu geben: Wir verhalten uns parteilich zur Betroffenen und stehen hinter ihren Forderungen. Nach meinem subjektiven Empfinden, also auch nach meiner Definitionsmacht, klingt das männerfeindlich (sexistisch), aggresiv und willkürlich. Vor Allem beinhaltet das, dass ich eben wirklich für Antanzen oder einen Spruch wie „Du hast so schöne Augen“ durch den verwaschenen Begriff der Vergewaltigung oder dem Begriff der Betroffenen sexualisierter Gewalt in Form von sexistischem Verhalten öffentlich stigmatisiert und als Vergewaltiger abgestempelt werden kann.
Meine Reaktion darauf war ein satirischer Text, welcher die Zirkelschluss-Logik der Definitionsmacht völlig ins Absurde treibt. Dass dieser aus Gründen von Grenzüberschreitungen nicht in der Campzeitung abgedruckt werden konnte, war grundsätzlich in Ordnung. Dass jegliche Publizierung wegen Grenzüberschreitung und dem Vorwurf, es wäre ein sexistischer Text unterbunden wurde führte schließlich zu einer Eskalation zwischen zwei politischen Lagern auf dem Camp. Auf der einen Seite die Definitionsmacht-BefürworterInnen und auf der anderen die KritikerInnen oder gar TäterInnen-SchützerInnen. Ich als Künstler, der seine Textform der Satire verteidigen wollte, war Täter.
Ich möchte an dieser Stelle nicht noch einmal sämtliche Streitigkeiten aufrollen, welche zur Eskalation führten oder danach noch zu Tage kamen. Immerhin gibt es eine Privatsphäre aller Beteiligten. Die bisherigen Ausführungen waren allerdings eine notwendige Vorgeschichte um den „bösen brisanten“ Text, über den viel diskutiert wurde und den fast niemand gelesen hat, als das verstehen zu können, was er ist: Eine schnell daher geschriebene, unüberarbeitete Satire auf die gefühlte Gesamtsituation und das Begehren, die Jugendlichen nicht mit der Vorstellung, die Definitionsmacht sei die einzig wahre Möglichkeit, antisexistisch und emanzipatorisch handeln zu können, nach Hause gehen zu lassen.
Eines noch vorweg: Mir ist bewusst, dass der Text grenzüberschreitend und nicht einmal besonders gut geschrieben ist. Durch konstruktive Kritik ist mir nun auch bewusst, dass er sich einer Argumentation bedient, welche auch häufig von Vergewaltigern genutzt wird und somit falsch verstanden werden kann. Trotzdem ist und bleibt es eine nicht ernst gemeinte Satire und ich lasse den Vorwurf, ich sei ein Sexist, welcher laut Definitionsmacht nicht begründet werden und demnach Wahrheit sein muss, nicht stehen. Erst recht nicht, wenn die Vorwürfe von Personen kommen, die Texte nicht lesen müssen um über sie urteilen zu können.
Zur weiteren Recherche über Definitionsmacht empfehle ich einen sehr ausführlichen Artikel in der Jungle World. Pro-Definitionsmacht-Konzept-Texte und Standpunkte gibt es z. B. beim Antisexismus-Bündnis Berlin oder auf dem Mädchenblog. Eine hübsche Antwort auf die „Nein heißt Nein“-Plakate ist das „Ja heißt Nein“-Plakat. Es ist zwar teilweise ein bisschen plump, „Warum liegt hier eigentlich Stroh?“ finde ich aber zu köstlich.
An dieser Stelle gibt es nun aber endlich den (jetzt nicht mehr) unveröffentlichten Text:
Definitions-Macht-Los-Bude
(schlecht gezeichnete Karikatur mit Frauen an einer Losbude und Männern, die immer Nieten ziehen)
Können männlich sozialisierte Menschen emotional vergewaltigt werden? Das würde bedeuten, dass „Männer“ Emotionen haben, nicht ausschließlich nach ihrem gesellschaftlich antrainierten Trieb handeln, gar (emanzipatorisch) denken könnten. Wenn der Blick, die freundschaftliche Berührung oder der Flirt (z. B. für Hedonismus, Fortpflanzung oder Liebe geeignet) plötzlich zur Gewalttat diffamiert werden, muss man sich fragen, ob der Hüftschwung, der tiefe Ausschnitt oder der Augenaufschlag nicht zur „Vergewaltigung“ der meist männlich sozialisierten Psyche führt. Unter Umständen ist die freiheitliche Einschränkung nach oder durch Handlungen im sexualisierten Kontext selbst eine zur Gewalt gewordene Handlung, womit die meist männlich sozialisierten Täter_innen selbst zu meist männlich sozialisierten Betroffenen werden.
Das subjektive Empfinden meist männlich sozialisierter Menschen bezüglich z. B. der Attraktivität meist weiblich sozialisierter Menschen ist dabei derart vielfältig und differenziert, dass dem emanzipatorischen meist männlich sozialisierten Menschen ein Schutzraum geboten werden muss. In diesem muss gewährleistet sein, dass der Primat meist männlich sozialisierte Mensch nicht zu sexualisierten Gedanken oder gar Handlungen genötigt wird und vor meist weiblich sozialisierten Wiederholungstäter_innen geschützt ist, ohne dabei intimste Gedanken und Privatsphäre (z. B. gestörte Sexualität, schlimme Kindheit, Angst vor Dialog etc.) preisgeben zu müssen. Da, wie oben genannt, die Betrachtungsweise jedes einzelnen meist männlich sozialisierten Menschen zu unterschiedlichen Wahrnehmungen führt, kann somit jeder meist weiblich sozialisierte Mensch durch unbewusste Handlungen triggern, nicht stillbare und quälende Gelüste wecken und obendrein die Angst vor einem Vergewaltiger_innen-Dasein stärken.
Das Fehlen eines wirksamen Schutzraums würde somit zur unbewussten Vergewaltigung vergewaltigter meist männlich sozialisierter Vergewaltiger_innen führen.
Besonders deutlich wird dies am tragischen Fall des männlich sozialisierten Axel (Name d. d. Redaktion geänd.), welcher beim Anblick einer weiblich sozialisierten Polizist_in (sein heimlicher Fetisch) triggerte, den Qualen nicht standhielt und nach langen schmachtenden Blicken wegen Vergewaltigung der Staatsgewalt zu vier Jahren Haft verurteilt wurde. Axel ist nur einer von tausenden meist männlich sozialisierten Menschen, welchen kein Schutzraum gegeben wurde. Viele von ihnen leben vereinsamt in kleinen Erdhöhlen, wünschen sich einen nie erreichten Konsens.
Ob es die Burka zum Schutz des meist männlich sozialisierten Menschen vor dem sexualisierten meist weiblich sozialisierten Menschen, die Fesseln und Knebel am meist männlich sozialisierten Menschen zum Schutz vor sexualisierten Handlungen oder auch leidenschaftlicher Sex ist – die Macht liegt allein in der Definition der Betroffenen.
Tags: Ajuca, Alternatives Jugendcamp, Antisexismus, Definitionsmacht, DefMa, DER Text, Kulturkosmos, Lärz, Satire, selbstorganisiert, Sexist, Später Arbeiten, Streit, TäterInnen-SchützerInnen














