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August 25th, 2010Ausstellung, Festival, KunstIn dem gemütlichen Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg auf einem ehemaligen Hafengelände durfte ich das liebevoll gestaltete Dockville-Festival erleben. Über die musikalischen Größen wie Jan Delay, Wir sind Helden, Bratze oder Slime und vielen weiteren möchte ich an dieser Stelle gar nicht schreiben. Das haben andere schon zur Genüge getan. Vielmehr sind es die Installationen, die kleinen versteckten Kunstaktionen und aufwändig gestalteten Bars und Bühnen, die das Dockville mit dem diesjährigen Thema Recreation so sympathisch machen. Besonders beeindruckend war „MACHINE EINS“ der Maschinenbau-Gesellschaft Dorf, welche aus Holzlatten, sphärischen Lichtern, Monitoren und Klangexperimenten geschaffen wurde. Durch einen immer enger werdenden Tunnel fand man sich plötzlich im Inneren einer Kugel voller farbenwechselnder Ornamente wieder. Wenn man am Boden dieser Kugel sitzt, sich mit anderen über die tollen Effekte austauscht, wirkt alles sehr harmonisch und entspannt. Beim Aufstehen um sie durch einen kleinen Ausgang zu verlassen, fällt plötzlich ein völlig verwirrendes Klangspiel auf. Die gesprochenen Worte der Personen am Boden wirken im oberen Teil der Kugel wie eine fremde Stimme im Kopf, welche von (n)irgendwoher zu stammen scheint. Erst auf Nachfrage und verwirrtes Umherschauen konnte ich zuordnen, wer wo jetzt plötzlich gesprochen hatte. Nach dem Verlassen ging der Weg weiter über schmale Holzwege in die obere Etage, von welcher man einen Blick über das Gelände und die beeindruckende Hafenlandschaft hatte. Vorbei an einem Spiel aus blinkenden Monitoren verließ ich MACHINE EINS über eine Rutsche nach unten und konnte mich wieder voll und ganz den anderen Lichtspielen oder der Lasershow der Elektropastete, welche auf ein Gebäude auf der anderen Seite des Flusses projiziert wurde, widmen.
Auch sehr schick war ein kleiner Kasten mit Aufgabenkärtchen in einer der Hallen. Ich zog die Karte, welche mich zu einer Aufgabe à la Oceans Eleven motivieren sollte, also MitstreiterInnen zu finden, welche mit mir auf geheime Mission gehen und irgendwelche absurden Geheimpläne auszuführen, natürlich mit dem Wissen, dass es das Ziel überhaupt nicht gibt und die Beteiligten nur in der Irre herumgeführt werden. Plötzlich war mir bewusst, warum zuvor am Eingang ein paar Menschen saßen, die jedem irgendwelche Fragen stellten, die ich nicht verstehen konnte. Wahrscheinlich hatten sie auch eine geheime Aufgabe, die es zu lösen galt.
Neben vielen weiteren Größen der Kunstszene wie Tino Sehgal, Brad Downey, dem Institut für wahre Kunst etc. bestach das Dockville auch durch den gemütlichen Campingplatz unter Bäumen oder den Bechern, welche am Einlass verteilt wurden um mitgebrachte Getränke umfüllen zu können. Schon an solchen kleinen Gesten erkennt man, dass das Dockville kein reines Kommerzfestival ist. Es ist mehr noch der Abschluss einer zehntägigen Kunstausstellung und findet im Anschluss an Lüttville, einer kostenlosen Ferienfreizeit für Kinder, statt.
Der 12.-14. August 2011, an diesem Wochenende findet das nächste Dockville statt, ist bereits vorgemerkt und ich kann allen Kunstbegeisterten empfehlen, dies auch zu tun.
Tags: Dockville, Dockville-Festival, Hamburg, Kunst, MSDockville, Wilhelmsburg -
Juli 23rd, 2010Ausstellung, Festival, Kunst, Politik, ProjekteSeit dem 12. Juli hängt nun schon die Später-Arbeiten-Ausstellung im Peter-Weiss-Haus in Rostock. Vorraussichtlich wird sie dort noch bis zum 12. August im Freisitz zu bewundern sein. Vielen Dank an SoBi für die freundliche Unterstützung und der Ermöglichung dieser Ausstellung.
Anschließend wird die Ausstellung weiter nach Greifswald wandern. Der genaue Zeitraum und der Ort werden noch bekannt gegeben.
Auch das Fusion-Festival haben ich und auch die beiden bedruckten PVC-Planen sehr gut überstanden. Es war mal wieder eine Freude für Augen und Ohren, Herz und Seele.

Später Arbeiten beim Fusion-Festival (Oase)
Neben den gigantischen, leuchtenden, künstlerischen Kulissen war auch das Lineup hervorragend. Die Stimmung und die Menschen vor Ort waren äußerst angenehm und nächstes Jahr bin ich auf jeden Fall wieder mit dabei. In der Oase, welche auch Freiluft-Ausstellungsraum war, wurde für politische Bildung, Ruhe, und sanitäre Anlagen gesorgt und überhaupt lässt sich das gesamte Festival einfach nicht in Worte fassen. Es war umwerfend. Worüber ich mich ja sehr gefreut habe, ist ein Foto von Carl S. Katz, welches es in die Ausstellung “Sexistische Kackscheiße“, ebenfalls in der Oase ausgestellt, geschafft hat.
Tags: Fotografie, Fusion, Oase, Peter-Weiss-Haus, Rostock, SoBi, Später Arbeiten -

Welch eine Ehre: Das Projekt “Später Arbeiten, welches im Jahre 2006/07 in Leipzig stattfand und eine kleine feine Fotoausstellung hervorbrachte, wird dieses Jahr auf dem Fusion-Festival in der Oase ausgestellt. Am Donnerstag, dem 24.06.10 findet von 14-16 Uhr die Vernissage meiner sowie drei weiterer Ausstellungen statt. Täglich von 13-14 Uhr werden alle KünstlerInnen zur Ausstellungsbegleitung vor Ort sein.
Guten Morgen! Und? Ausgeschlafen?
Auf den Bildern siehst du Menschen, denen es genauso geht wie dir.
Menschen, die gezwungen werden, sich fernab ihres natürlichen Biorhythmus‘ zu bewegen.
Die Bilder zeigen Zufrühmorgens-, Frühmorgens- und Spätmorgensgesichter. Die Menschen wurden teils an ihren freien Tagen, teils an Arbeitstagen gewaltsam geweckt und gegen 5 Uhr, gegen 7 Uhr und gegen 11 Uhr fotografiert.

Dass manche Menschen früh morgens nicht aus dem Bett kommen, mag dem einen oder der anderen schon aufgefallen sein. Auch, dass es sich dabei nicht nur um Trägheit oder gar Faulheit handelt, sollte zumindest dem Teil der Bevölkerung bewusst sein, der genau darunter leidet: Sie werden gezwungen, sich fernab ihres natürlichen Biorhythmus‘ zu bewegen.
Schon in der Schule fällt es auf, dass die Frühaufsteher (Lerchenmenschen) bessere Noten schreiben und die Eulenmenschen noch lange nicht leistungsfähig sind. Der heutige Arbeitsalltag mit Schichtarbeit, Fließbandproduktion und immer längeren Öffnungszeiten schlägt sich anschließend wieder besonders auf die „Eulen“ nieder, da ihre Existenz davon abhängt, sich den vorgeschriebenen Zeiten zu beugen und tagtäglich ihre eigene Uhr mit Füßen zu treten. Wie wäre es wenn jeder Mensch nach seinen eigenen Bedürfnissen und seiner persönlichen Natur entsprechend leben und arbeiten könnte? Die „Lerchen“ bekommen keine Nachtschichten mehr und die „Eulen“ dürfen länger schlafen. Beide Gruppen wären dann zu ihrer präferierten Zeit voller Tatendrang und fähig, dass zu tun was sie antreibt – und das sogar mit der Möglichkeit auf verringerten Kaffeekonsum. Ein bedingungsloses Grundeinkommen gäbe den Menschen die Freiheit, sich persönlich zu entfalten, ihrer natürlichen Uhr zu folgen und ein „ganz anders“ möglich zu machen. Hoffnungsvoll blicke ich einem Umdenken in Arbeits- und Gesetzgebung entgegen.
Raffael Jesche

Später Arbeiten ist ein Projekt von Raffael Jesche in Kooperation mit Hello Studios sowie Anton Barske und Manuel Pietzsch. Es fand 2006/07 im Rahmen des Projekts 100.000 EURO JOB in Leipzig statt.
Diese Ausstellung wird freundlicherweise unterstützt von LAG Bedingungsloses Grundeinkommen der Partei DIE LINKE. Sachsen. Weitere Informationen sowie die Dokumentation zum Projekt finden sich auf www.spaeter-arbeiten.de
Ein Projekt von:
In Kooperation mit:
Gefördert durch:
DIE LINKE LAG Bedingungsloses Grundeinkommen Sachsen
Tags: 100.000-EURO-JOB, Arbeit in Zukunft, Bedingungsloses Grundeinkommen, Biorhythmus, Die LINKE, Fotografie, Fusion, Fusion-Festival, Hello Studios, Kulturstiftung des Bundes, LAG Bedingungsloses Grundeinkommen der Partei DIE LINKE. Sachsen, Leipzig, Oase, Später Arbeiten
Ein Projekt im Rahmen des Projekts 100.000 EURO JOB – gefördert mit Mitteln der Kulturstiftung des Bundes im Programm „Arbeit in Zukunft“. -

Der 8. landesweite Jugendkulturtag am 29. Mai 2010 in Frankenberg findet doch statt. Nach Problemen durch starke Kürzungen in der Kinder- und Jugendhilfe am 10. März 2010 wurde er bereits abgesagt. Dank neuer Sponsoren und der Unterstützung der Stadt Frankenberg wird den Jugendlichen Sachsens dieses Event nun doch ermöglicht.Der Jugendkulturtag findet alle zwei Jahre statt und wird von der LKJ Sachsen veranstaltet. Vor Ort wird es ein reichhaltiges Angebot an Kunst, Kultur, Sport und vor Allem Spaß geben. Neben einem Graffiti-Workshop, dem Breakdance-Battle, einem Volleyballturnier und Konzerten gibt es noch viele weitere interessante Plätze zu besuchen. Ab 13 Uhr gibt es im Friedenspark ein offenes Angebot an verschiedenen Workshops. Unter anderem wird auch das Wunderland-Projekt mit vertreten sein und Malusionen veranstalten. Die dort entstehenden Werke werden mit in die Ausstellung „Multidimensionales Wunderland“ einfließen und ab dem 4. Juni 2010 auf dem Gelände der Feinkostgenossenschaft in Leipzig veröffentlicht.
Infos: Programm Jugendkulturtag 2010, Was ist eine Malusion?, Anreise nach Frankenberg
Tags: Frankenberg, Jugend, Jugendkulturtag, Kultur, Kunst, lkj sachsen, Malusion, Sachsen, Workshop, Wunderland


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