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August 25th, 2010Ab 18, Ausstellung, Kunst, Politik
Später Arbeiten beim Ajuca 2010
Das Gelände kannte die „Später Arbeiten“-Ausstellung ja bereits. Das alternative Jgendcamp Ajuca findet seit sieben Jahren auf dem ehemaligen Flughafengelände des Kulturkosmos in Lärz statt. Dort ist auch alljährlich das Fusion-Festival zu finden, auf welchem die Ausstellung im Juni bereits zu sehen war. Vom 18. bis 21. August bekamen die Fotos also wieder einen schicken Platz. Das Camp ist selbstorganisiert, also ein Mitmach-Camp und kostet gerade mal 5 € pro Tag – nicht Eintritt, sondern für Getränke und Essen. Drei Mahlzeiten täglich werden von verschiedenen VoKüs zubereitet und die CampteilnehmerInnen sind angehalten, beim Gemüse schneiden zu helfen. Da verschiedene Menschen verschiedene Essgewohnheiten haben, kocht das Küchenteam generell vegan. Auch sonst gilt es in allen Bereichen: Wo Hilfe benötigt wird, finden sich Leute, die gerne mithelfen und das Camp so zu einem schönen Erlebnis für alle Beteiligten machen. Für verschiedene Aufgabenbereiche, wie zum Beispiel die täglich erscheinende Campzeitung werden Arbeitsgruppen gebildet und die großen Entscheidungen werden jeden Morgen beim großen Plenum gemeinsam nach dem Konsens-Prinzip besprochen und entschieden. Nazis, SexistInnen und aggressive Leute sind natürlich nicht willkommen.
Tagsüber finden verschiedene Workshops und Diskussionen zur politischen Bildung für die Jugendlichen statt. Beispiele wären „Was ist Kapitalismus?“, Streetartworkshop, Projektfinanzierung oder auch Argumentationshilfen bei der Unterstellung, man sei eine extremistische oder gar terroristische Gruppe. Abends klang der Tag dann tanzenderweise zu verschiedenen Konzerten und Djs und äußerst preisgünstigen Getränken aus. Insgesamt also ein tolles Camp und ich bin froh, dass es so etwas gibt.
Die Macht der Definition
Überraschend war das Konzept der Definitionsmacht. Dieses stand als allgemeine Regel fest und war zudem äußerst überrepräsentiert. Es ist nicht grundsätzlich schlecht und es lohnt sich, über bestimmte Ansätze nachzudenken. Definitionsmacht in feministischen Debatten bedeutet im Grunde, dass eine betroffene Person sexualisierter Gewalt selbst entscheiden kann, welche Handlungen für sie einen sexuellen Übergriff oder eine Grenzüberschreitung darstellen und nicht auf rechtsstaatliche Prinzipien zurückgreifen muss. Diese haben häufig zur Folge, dass erneute Traumatisierungen hervorgerufen werden können oder die Tat nicht beweisbar ist. Grundsätzlich ist das eine Problematik, die ich nicht abstreite. Auch dass die meisten sexuellen Übergriffe von Männern gegenüber Frauen ausgeübt werden und dass dies ein gesamtgesellschaftliches Problem darstellt streite ich nicht ab. Problematisch war die Allgegenwärtigkeit durch Plakate, Texte in der Camp-Zeitung, Seminarangebote zum Thema, die (scheinbare) Männerfeindlichkeit sowie die Möglichkeit, willkürlich unbegründet sanktionieren zu können.
Wenn ich auf ein Sommercamp fahre, möchte ich Spaß haben, Fremden gegenüber offen und ehrlich begegnen, vielleicht sogar eine Frau kennenlernen, welche mit mir gemeinsam Spaß am Sex hat – sofern es sich denn ergibt. Eine Omnipräsenz von Plakaten der meines Erachtens schlechten „NEIN heißt NEIN“-Kampagne, in denen ich als Mann aufgefordert werde, Stille, „Vielleicht später“ oder auch „…“ als eindeutiges Nein aufzufassen und sollte ich dies nicht respektieren, ein Vergewaltiger sei, veranlasst mich zu einer schlechten Grundstimmung, aus Angst wegen Blicken, Sprüchen oder Ähnlichem als Vergewaltiger abgestempelt zu werden. An anderer Stelle wurden wieder genau zwei Begriffe als einzige nicht gegendert: DIE Betroffene und DER Vergewaltiger, bzw. Täter. Speziell solche Formulierungn wie „Das bedeutet auch, niemensch sonst kann erstens darüber urteilen, was die Betroffene erlebt hat und wie ‘krass’ die Grenzüberschreitung war und zweitens kann nur die Betroffene selbst wissen, was sie braucht, damit sie sich wieder sicherer fühlen kann.“, welche in einem Camp-Zeitungsartikel zu finden war oder „Achso, du als Mann* willst mir also erklären, dass meine Grenze, die gerade überschritten wurde, falsch ist […]. (*meint männlich sozialisiert)“ machen mich schon stutzig. In der Außendarstellung der Awareness-Gruppe wurde beschrieben, dass “auch Blicke, Sprüche und dominantes Redeverhalten Teil sexistischen Verhaltens sind” und weiter unten heißt es „Betroffene erfahren in dieser Gesellschaft viel zu wenig solidarische Unterstützung, stattdessen wird ihnen ihre Wahrnehmungen abgesprochen, sie müssen sich rechtfertigen und „Beweise“ für die erfahrene Gewalt erbringen. Deshalb handeln wir nach dem Prinzip der Definitionsmacht! Das bedeutet, dass die Betroffene definiert was vorgefallen ist. Uns ist es wichtig der Betroffenenperspektive Raum zu geben: Wir verhalten uns parteilich zur Betroffenen und stehen hinter ihren Forderungen. Nach meinem subjektiven Empfinden, also auch nach meiner Definitionsmacht, klingt das männerfeindlich (sexistisch), aggresiv und willkürlich. Vor Allem beinhaltet das, dass ich eben wirklich für Antanzen oder einen Spruch wie „Du hast so schöne Augen“ durch den verwaschenen Begriff der Vergewaltigung oder dem Begriff der Betroffenen sexualisierter Gewalt in Form von sexistischem Verhalten öffentlich stigmatisiert und als Vergewaltiger abgestempelt werden kann.
Meine Reaktion darauf war ein satirischer Text, welcher die Zirkelschluss-Logik der Definitionsmacht völlig ins Absurde treibt. Dass dieser aus Gründen von Grenzüberschreitungen nicht in der Campzeitung abgedruckt werden konnte, war grundsätzlich in Ordnung. Dass jegliche Publizierung wegen Grenzüberschreitung und dem Vorwurf, es wäre ein sexistischer Text unterbunden wurde führte schließlich zu einer Eskalation zwischen zwei politischen Lagern auf dem Camp. Auf der einen Seite die Definitionsmacht-BefürworterInnen und auf der anderen die KritikerInnen oder gar TäterInnen-SchützerInnen. Ich als Künstler, der seine Textform der Satire verteidigen wollte, war Täter.
Ich möchte an dieser Stelle nicht noch einmal sämtliche Streitigkeiten aufrollen, welche zur Eskalation führten oder danach noch zu Tage kamen. Immerhin gibt es eine Privatsphäre aller Beteiligten. Die bisherigen Ausführungen waren allerdings eine notwendige Vorgeschichte um den „bösen brisanten“ Text, über den viel diskutiert wurde und den fast niemand gelesen hat, als das verstehen zu können, was er ist: Eine schnell daher geschriebene, unüberarbeitete Satire auf die gefühlte Gesamtsituation und das Begehren, die Jugendlichen nicht mit der Vorstellung, die Definitionsmacht sei die einzig wahre Möglichkeit, antisexistisch und emanzipatorisch handeln zu können, nach Hause gehen zu lassen.
Eines noch vorweg: Mir ist bewusst, dass der Text grenzüberschreitend und nicht einmal besonders gut geschrieben ist. Durch konstruktive Kritik ist mir nun auch bewusst, dass er sich einer Argumentation bedient, welche auch häufig von Vergewaltigern genutzt wird und somit falsch verstanden werden kann. Trotzdem ist und bleibt es eine nicht ernst gemeinte Satire und ich lasse den Vorwurf, ich sei ein Sexist, welcher laut Definitionsmacht nicht begründet werden und demnach Wahrheit sein muss, nicht stehen. Erst recht nicht, wenn die Vorwürfe von Personen kommen, die Texte nicht lesen müssen um über sie urteilen zu können.
Zur weiteren Recherche über Definitionsmacht empfehle ich einen sehr ausführlichen Artikel in der Jungle World. Pro-Definitionsmacht-Konzept-Texte und Standpunkte gibt es z. B. beim Antisexismus-Bündnis Berlin oder auf dem Mädchenblog. Eine hübsche Antwort auf die „Nein heißt Nein“-Plakate ist das „Ja heißt Nein“-Plakat. Es ist zwar teilweise ein bisschen plump, „Warum liegt hier eigentlich Stroh?“ finde ich aber zu köstlich.
An dieser Stelle gibt es nun aber endlich den (jetzt nicht mehr) unveröffentlichten Text:
Definitions-Macht-Los-Bude
(schlecht gezeichnete Karikatur mit Frauen an einer Losbude und Männern, die immer Nieten ziehen)
Können männlich sozialisierte Menschen emotional vergewaltigt werden? Das würde bedeuten, dass „Männer“ Emotionen haben, nicht ausschließlich nach ihrem gesellschaftlich antrainierten Trieb handeln, gar (emanzipatorisch) denken könnten. Wenn der Blick, die freundschaftliche Berührung oder der Flirt (z. B. für Hedonismus, Fortpflanzung oder Liebe geeignet) plötzlich zur Gewalttat diffamiert werden, muss man sich fragen, ob der Hüftschwung, der tiefe Ausschnitt oder der Augenaufschlag nicht zur „Vergewaltigung“ der meist männlich sozialisierten Psyche führt. Unter Umständen ist die freiheitliche Einschränkung nach oder durch Handlungen im sexualisierten Kontext selbst eine zur Gewalt gewordene Handlung, womit die meist männlich sozialisierten Täter_innen selbst zu meist männlich sozialisierten Betroffenen werden.
Das subjektive Empfinden meist männlich sozialisierter Menschen bezüglich z. B. der Attraktivität meist weiblich sozialisierter Menschen ist dabei derart vielfältig und differenziert, dass dem emanzipatorischen meist männlich sozialisierten Menschen ein Schutzraum geboten werden muss. In diesem muss gewährleistet sein, dass der Primat meist männlich sozialisierte Mensch nicht zu sexualisierten Gedanken oder gar Handlungen genötigt wird und vor meist weiblich sozialisierten Wiederholungstäter_innen geschützt ist, ohne dabei intimste Gedanken und Privatsphäre (z. B. gestörte Sexualität, schlimme Kindheit, Angst vor Dialog etc.) preisgeben zu müssen. Da, wie oben genannt, die Betrachtungsweise jedes einzelnen meist männlich sozialisierten Menschen zu unterschiedlichen Wahrnehmungen führt, kann somit jeder meist weiblich sozialisierte Mensch durch unbewusste Handlungen triggern, nicht stillbare und quälende Gelüste wecken und obendrein die Angst vor einem Vergewaltiger_innen-Dasein stärken.
Das Fehlen eines wirksamen Schutzraums würde somit zur unbewussten Vergewaltigung vergewaltigter meist männlich sozialisierter Vergewaltiger_innen führen.
Besonders deutlich wird dies am tragischen Fall des männlich sozialisierten Axel (Name d. d. Redaktion geänd.), welcher beim Anblick einer weiblich sozialisierten Polizist_in (sein heimlicher Fetisch) triggerte, den Qualen nicht standhielt und nach langen schmachtenden Blicken wegen Vergewaltigung der Staatsgewalt zu vier Jahren Haft verurteilt wurde. Axel ist nur einer von tausenden meist männlich sozialisierten Menschen, welchen kein Schutzraum gegeben wurde. Viele von ihnen leben vereinsamt in kleinen Erdhöhlen, wünschen sich einen nie erreichten Konsens.
Ob es die Burka zum Schutz des meist männlich sozialisierten Menschen vor dem sexualisierten meist weiblich sozialisierten Menschen, die Fesseln und Knebel am meist männlich sozialisierten Menschen zum Schutz vor sexualisierten Handlungen oder auch leidenschaftlicher Sex ist – die Macht liegt allein in der Definition der Betroffenen.
Tags: Ajuca, Alternatives Jugendcamp, Antisexismus, Definitionsmacht, DefMa, DER Text, Kulturkosmos, Lärz, Satire, selbstorganisiert, Sexist, Später Arbeiten, Streit, TäterInnen-SchützerInnen -
August 25th, 2010Ausstellung, KunstDirekt im Anschluss an das kunstvolle Dockville-Festival in Hamburg ging die Reise weiter nach Rostock. Am 16. August besuchte ich dort das Peter-Weiss-Haus, in welchem seit dem 12. Juli 2010 die Ausstellung „Später Arbeiten“ zu betrachten war. Dank der spontanen Gastfreundschaft einiger MitarbeiterInnen von SoBi hatte ich die Gelegenheit, noch zwei Tage in Rostock zu verbringen. Am Montag Abend wurde der Abschluss der Ausstellung im Freigarten zuerst mit Kaffee, Kakao und Tee (natürlich Bio und Fairtrade) und zu späterer Stunde mit alkoholhaltigen Getränken besprochen und belacht. Der gemütliche Freigarten mit kleinem Kinderspielplatz, Kinoleinwand, umgeben von Backsteinwänden und einer Bar mit moderaten Preisen lädt ein, dort öfter mal vorbei zu schauen. Täglich gibt es draußen oder im Haus verschiedene Kulturangebote wie Filmvorführungen, Workshops und offene Räume für Kinder und Jugendliche, Konzerte oder Brunch. Leider ist die Wand, welche durch meine Ausstellung geschmückt wurde, jetzt wieder kahl und leer. Das Angebot, diesen Raum wieder mit einer anderen Ausstellung zu schmücken steht nun jedem offen und Anfragen sind ausdrücklich erwünscht.
Da SoBi auch Workshops beim Ajuca anbot, das Camp also regelmäßig Gesprächsthema war, entschied ich mich kurzerhand, meine Ausstellung einzupacken, zum Alternativen Jugendcamp zu fahren und einfach mal zu fragen, ob ich denn dort ausstellen dürfe.
Tags: Peter-Weiss-Haus, Rostock, SoBi, Später Arbeiten -
August 25th, 2010Ausstellung, Festival, KunstIn dem gemütlichen Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg auf einem ehemaligen Hafengelände durfte ich das liebevoll gestaltete Dockville-Festival erleben. Über die musikalischen Größen wie Jan Delay, Wir sind Helden, Bratze oder Slime und vielen weiteren möchte ich an dieser Stelle gar nicht schreiben. Das haben andere schon zur Genüge getan. Vielmehr sind es die Installationen, die kleinen versteckten Kunstaktionen und aufwändig gestalteten Bars und Bühnen, die das Dockville mit dem diesjährigen Thema Recreation so sympathisch machen. Besonders beeindruckend war „MACHINE EINS“ der Maschinenbau-Gesellschaft Dorf, welche aus Holzlatten, sphärischen Lichtern, Monitoren und Klangexperimenten geschaffen wurde. Durch einen immer enger werdenden Tunnel fand man sich plötzlich im Inneren einer Kugel voller farbenwechselnder Ornamente wieder. Wenn man am Boden dieser Kugel sitzt, sich mit anderen über die tollen Effekte austauscht, wirkt alles sehr harmonisch und entspannt. Beim Aufstehen um sie durch einen kleinen Ausgang zu verlassen, fällt plötzlich ein völlig verwirrendes Klangspiel auf. Die gesprochenen Worte der Personen am Boden wirken im oberen Teil der Kugel wie eine fremde Stimme im Kopf, welche von (n)irgendwoher zu stammen scheint. Erst auf Nachfrage und verwirrtes Umherschauen konnte ich zuordnen, wer wo jetzt plötzlich gesprochen hatte. Nach dem Verlassen ging der Weg weiter über schmale Holzwege in die obere Etage, von welcher man einen Blick über das Gelände und die beeindruckende Hafenlandschaft hatte. Vorbei an einem Spiel aus blinkenden Monitoren verließ ich MACHINE EINS über eine Rutsche nach unten und konnte mich wieder voll und ganz den anderen Lichtspielen oder der Lasershow der Elektropastete, welche auf ein Gebäude auf der anderen Seite des Flusses projiziert wurde, widmen.
Auch sehr schick war ein kleiner Kasten mit Aufgabenkärtchen in einer der Hallen. Ich zog die Karte, welche mich zu einer Aufgabe à la Oceans Eleven motivieren sollte, also MitstreiterInnen zu finden, welche mit mir auf geheime Mission gehen und irgendwelche absurden Geheimpläne auszuführen, natürlich mit dem Wissen, dass es das Ziel überhaupt nicht gibt und die Beteiligten nur in der Irre herumgeführt werden. Plötzlich war mir bewusst, warum zuvor am Eingang ein paar Menschen saßen, die jedem irgendwelche Fragen stellten, die ich nicht verstehen konnte. Wahrscheinlich hatten sie auch eine geheime Aufgabe, die es zu lösen galt.
Neben vielen weiteren Größen der Kunstszene wie Tino Sehgal, Brad Downey, dem Institut für wahre Kunst etc. bestach das Dockville auch durch den gemütlichen Campingplatz unter Bäumen oder den Bechern, welche am Einlass verteilt wurden um mitgebrachte Getränke umfüllen zu können. Schon an solchen kleinen Gesten erkennt man, dass das Dockville kein reines Kommerzfestival ist. Es ist mehr noch der Abschluss einer zehntägigen Kunstausstellung und findet im Anschluss an Lüttville, einer kostenlosen Ferienfreizeit für Kinder, statt.
Der 12.-14. August 2011, an diesem Wochenende findet das nächste Dockville statt, ist bereits vorgemerkt und ich kann allen Kunstbegeisterten empfehlen, dies auch zu tun.
Tags: Dockville, Dockville-Festival, Hamburg, Kunst, MSDockville, Wilhelmsburg -
Juli 30th, 2010Ausstellung, Kunst, Politik
Später Arbeiten im Peter-Weiss-Haus in Rostock
Die Finissage zur “Später Arbeiten”-Ausstellung findet am 16. August 2010 ab 16 Uhr im Freisitz des Peter-Weiss-Hauses in Rostock statt. Der anschließende Umzug nach Greifswald muss leider abgesagt werden, da in den angepeilten Räumlichkeiten leider eine längere Sommerpause stattfindet. Ein passender Ersatz wird aber gerade gesucht.
Tags: Finissage, Fotografie, Peter-Weiss-Haus, Rostock, Später Arbeiten -
Juli 23rd, 2010Ausstellung, Festival, Kunst, Politik, ProjekteSeit dem 12. Juli hängt nun schon die Später-Arbeiten-Ausstellung im Peter-Weiss-Haus in Rostock. Vorraussichtlich wird sie dort noch bis zum 12. August im Freisitz zu bewundern sein. Vielen Dank an SoBi für die freundliche Unterstützung und der Ermöglichung dieser Ausstellung.
Anschließend wird die Ausstellung weiter nach Greifswald wandern. Der genaue Zeitraum und der Ort werden noch bekannt gegeben.
Auch das Fusion-Festival haben ich und auch die beiden bedruckten PVC-Planen sehr gut überstanden. Es war mal wieder eine Freude für Augen und Ohren, Herz und Seele.

Später Arbeiten beim Fusion-Festival (Oase)
Neben den gigantischen, leuchtenden, künstlerischen Kulissen war auch das Lineup hervorragend. Die Stimmung und die Menschen vor Ort waren äußerst angenehm und nächstes Jahr bin ich auf jeden Fall wieder mit dabei. In der Oase, welche auch Freiluft-Ausstellungsraum war, wurde für politische Bildung, Ruhe, und sanitäre Anlagen gesorgt und überhaupt lässt sich das gesamte Festival einfach nicht in Worte fassen. Es war umwerfend. Worüber ich mich ja sehr gefreut habe, ist ein Foto von Carl S. Katz, welches es in die Ausstellung “Sexistische Kackscheiße“, ebenfalls in der Oase ausgestellt, geschafft hat.
Tags: Fotografie, Fusion, Oase, Peter-Weiss-Haus, Rostock, SoBi, Später Arbeiten -

Welch eine Ehre: Das Projekt “Später Arbeiten, welches im Jahre 2006/07 in Leipzig stattfand und eine kleine feine Fotoausstellung hervorbrachte, wird dieses Jahr auf dem Fusion-Festival in der Oase ausgestellt. Am Donnerstag, dem 24.06.10 findet von 14-16 Uhr die Vernissage meiner sowie drei weiterer Ausstellungen statt. Täglich von 13-14 Uhr werden alle KünstlerInnen zur Ausstellungsbegleitung vor Ort sein.
Guten Morgen! Und? Ausgeschlafen?
Auf den Bildern siehst du Menschen, denen es genauso geht wie dir.
Menschen, die gezwungen werden, sich fernab ihres natürlichen Biorhythmus‘ zu bewegen.
Die Bilder zeigen Zufrühmorgens-, Frühmorgens- und Spätmorgensgesichter. Die Menschen wurden teils an ihren freien Tagen, teils an Arbeitstagen gewaltsam geweckt und gegen 5 Uhr, gegen 7 Uhr und gegen 11 Uhr fotografiert.

Dass manche Menschen früh morgens nicht aus dem Bett kommen, mag dem einen oder der anderen schon aufgefallen sein. Auch, dass es sich dabei nicht nur um Trägheit oder gar Faulheit handelt, sollte zumindest dem Teil der Bevölkerung bewusst sein, der genau darunter leidet: Sie werden gezwungen, sich fernab ihres natürlichen Biorhythmus‘ zu bewegen.
Schon in der Schule fällt es auf, dass die Frühaufsteher (Lerchenmenschen) bessere Noten schreiben und die Eulenmenschen noch lange nicht leistungsfähig sind. Der heutige Arbeitsalltag mit Schichtarbeit, Fließbandproduktion und immer längeren Öffnungszeiten schlägt sich anschließend wieder besonders auf die „Eulen“ nieder, da ihre Existenz davon abhängt, sich den vorgeschriebenen Zeiten zu beugen und tagtäglich ihre eigene Uhr mit Füßen zu treten. Wie wäre es wenn jeder Mensch nach seinen eigenen Bedürfnissen und seiner persönlichen Natur entsprechend leben und arbeiten könnte? Die „Lerchen“ bekommen keine Nachtschichten mehr und die „Eulen“ dürfen länger schlafen. Beide Gruppen wären dann zu ihrer präferierten Zeit voller Tatendrang und fähig, dass zu tun was sie antreibt – und das sogar mit der Möglichkeit auf verringerten Kaffeekonsum. Ein bedingungsloses Grundeinkommen gäbe den Menschen die Freiheit, sich persönlich zu entfalten, ihrer natürlichen Uhr zu folgen und ein „ganz anders“ möglich zu machen. Hoffnungsvoll blicke ich einem Umdenken in Arbeits- und Gesetzgebung entgegen.
Raffael Jesche

Später Arbeiten ist ein Projekt von Raffael Jesche in Kooperation mit Hello Studios sowie Anton Barske und Manuel Pietzsch. Es fand 2006/07 im Rahmen des Projekts 100.000 EURO JOB in Leipzig statt.
Diese Ausstellung wird freundlicherweise unterstützt von LAG Bedingungsloses Grundeinkommen der Partei DIE LINKE. Sachsen. Weitere Informationen sowie die Dokumentation zum Projekt finden sich auf www.spaeter-arbeiten.de
Ein Projekt von:
In Kooperation mit:
Gefördert durch:
DIE LINKE LAG Bedingungsloses Grundeinkommen Sachsen
Tags: 100.000-EURO-JOB, Arbeit in Zukunft, Bedingungsloses Grundeinkommen, Biorhythmus, Die LINKE, Fotografie, Fusion, Fusion-Festival, Hello Studios, Kulturstiftung des Bundes, LAG Bedingungsloses Grundeinkommen der Partei DIE LINKE. Sachsen, Leipzig, Oase, Später Arbeiten
Ein Projekt im Rahmen des Projekts 100.000 EURO JOB – gefördert mit Mitteln der Kulturstiftung des Bundes im Programm „Arbeit in Zukunft“. -
Mai 31st, 2010Ausstellung, Kunst, Leipzig, ProjekteAbschlussausstellung des soziokulturellen Wunderland-Projekts in der Feinkost in Leipzig
Am 4. Juni 2010 um 18 Uhr findet die heißersehnte Vernissage zur Ausstellung “Multidimensionales Wunderland” im Eishaus auf dem Gelände der Feinkostgenossenschaft in Leipzig statt. Damit wird die vierwöchige Abschlussausstellung des Projekts Wunderland eingeleitet und alle Werke, Projektergebnisse und auch Einreichungen zahlreicher weiterer Künstlerinnen und Künstler zu einem großen Gesamtkunstwerk arrangiert – dem multidimensionalen Wunderland. Es werden ca. 100 Werke von etwa ebenso vielen Kunstschaffenden präsentiert. Die genaue Anzahl der KünstlerInnen lässt sich nicht mehr ermitteln, da die wöchentlichen Malusionen und auch die Malusionen beim 8. landesweiten Jugendkulturtag in Frankenberg mehrere farbexplodierende Gemeinschaftswerke hervorgebracht haben. Alle Arbeiten stammen von kreativen Menschen zwischen 4 und 37 Jahren aus dem Raum Leipzig*.Die Vernissage startet um 18 Uhr mit einem Sektempfang und einem Redebeitrag. Anschließend findet eine Führung zur Westseite des Feinkosthofs statt, wo die Werke des Wundersprüh-Workshops in die Fenster eingesetzt sind. Nach einem kleinen Kulturprogramm klingt der Abend mit gemütlicher Atmosphäre, Kicker, Tischtennis und Musik in angenehmer Lautstärke aus. Viele der KünstlerInnen sowie die MacherInnen des Wunderland-Projekts werden vor Ort sein und können zu ihren Intensionen befragt werden.
Neben zahlreichen Eindrücken wird es während der Ausstellungszeit auch weitere kreative Aktionen geben. Jeden Donnerstag werden Malusionen veranstaltet, wozu alle eingeladen sind. Anfang Juni werden auch die großen Tore auf dem Innenhof der Feinkost mit einem Wunderland-Graffiti besprüht werden und unregelmäßig werden weitere kleine Projekte stattfinden.
Die Öffnungszeiten sind:
Dienstag 16 – 21 Uhr
Donnerstag 16 – 24 Uhr (mit Malusion)
Freitag 16 – 21 Uhr
Sonntag 12-18 UhrDer Eintritt ist frei!
Wunderland ist ein Projekt der Jugendinitiative jeureka und wird durch das EU-Programm JUGEND in Aktion gefördert. Ziel ist es, sich kreativ mit politischen Themen auseinander zu setzen, Träume und Wünsche zu äußern sowie zu leben und junge Kreativität zu fördern. Nur dank der Hilfe unzähliger weiterer Unterstützerinnen und Unterstützer konnte das Projekt gestemmt werden. Vielen Dank auch an dieser Stelle an alle.
Alle weiteren Infos zum Projekt gibt es auf www.mein-wunderland.eu.
*Raum Leipzig heißt in diesem Fall zwischen Schweiz, Jena, Frankenberg und Berlin.
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April 9th, 2010Ausstellung, Kunst, Leipzig, Politik, Projekte, Street ArtEin weiteres Highlight aus dem Leipziger Wunderland startet am 25. April auf dem Feinkosthof. Wundersprüh ist ein Graffiti-Workshop für Jugendliche zwischen 13 und 18 Jahren. Dort werden der jungen Generation Leipzigs nicht einfach nur Techniken vermittelt, sie werden dabei auch angeregt, sich Gedanken über eigene Utopien, ihr persönliches Wunderland zu machen und diese auf Holztafeln der Öffentlichkeit zu präsentieren. Alle Werke, die im Laufe des Tages entstehen werden anschließend in die Fenster auf der Westseite (am Aldi-Parkplatz) eingesetzt und somit zu einer riesigen Dauerausstellung in luftiger Höhe, welche so schnell nicht wieder übermalt wird.
Die Wundersprüh-Ausstellung wird zeitgleich mit der Abschlussveranstaltung “Multidimensionales Wunderland”, der Ausstellung aller Werke und Ergebnisse des Wunderland-Projekts, am 4. Juni 2010 eröffnet und feierlich präsentiert. Multidimensionales Wunderland wird für vier Wochen im Eishaus (ehemaliger Norma) in der Feinkost zu sehen sein und die Wundersprühausstellung natürlich noch viel, viel länger.Alle Infos zum Wundersprüh-Workshop gibt es auf mein-wunderland.eu und hier geht es zur Anmeldung.
Unterstützt wird das Projekt dankenswerter Weise von Jugend in Aktion, der Feinkostgenossenschaft, Molotow sowie der Vorratskammer, Königsschmiede und verstyler.
http://mein-wunderland.eu/wunderspruehTags: Feinkost, Graffiti, Jugend, Kunst, Leipzig, Molotow, Projekt, Utopie, Workshop, Wunderland, Wundersprüh -
Februar 17th, 2010Ausstellung, Kunst, Leipzig, Projekte, WettbewerbeManchmal muss es auch dekadent sein. Gebadet wurde in 50kg Zucker und es gibt viel nackte Haut – wenn das mal keine absurde, wenn auch nette Utopie ist… Im Januar 2010 fand ein Fotografie-/Theater-Workshop zum Thema “Zuckerieren” in Leipzig statt. Auch dieses Projekt war eine Einzelveranstaltung im Rahmen des Wunderland-Projekts. Behandelt wurden Themen wie Medienkritik, Sexismus und übertriebene Utopievorstellungen. Heraus kam eine überaus schicke Foto-Lovestory, die im Juni 2010 während unserer Wunderland-Ausstellung präsentiert wird. Hier schonmal ein kleiner Vorgeschmack:
Eine detailliertere Projektbeschreibung gibt es auf der Wunderland-Seite. Nachdem unser Team das Ergebnis einstimmig für gut befunden hat, wird es sogar am Wettbewerb um den Deutschen Jugendfotopreis 2010 teilnehmen. Als hätten wir es gewusst, gibt es dort dieses Jahr das Sonderthema “Wunderland”. Mit etwas Glück schaffen wir es ja mit unserem Beitrag auf die photokina in Köln. Dort werden die prämierten Fotos nämlich ausgestellt.
Tags: Deutscher Jugendfotopreis, Foto-Lovestory, Fotografie, Medienkritik, Sexismus, Theater, Utopie, Workshop, Wunderland, Zucker -
Januar 7th, 2010Ausstellung, Kunst, LeipzigWer heute schon eines meiner Werke live und in Farbe erleben möchte, der sollte sich mal im Foyer des Sächsischen Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz (SMS) in Dresden umsehen. Vom 5. bis 26. Januar 2010 stellt dort die LKJ Sachsen eine Auswahl der Arbeiten zum Wettbewerb um den 7. Jugendkunstpreis “WIR.tuell” aus. Zu finden ist es in der Albertstr. 10, 01097 Dresden.
Für die Leipziger, denen der Weg nach Dresden zu weit ist, gibt’s vom 23. März bis 31. Mai noch eine Ausstellung im Gebäude der Verbundnetz Gas AG, Braunstraße 7, 04347 Leipzig. Am 23. März findet um 16.00 Uhr die Eröffnung der Ausstellung statt. Wenn du auch kommst, wäre mir das eine Ehre.
Des Weiteren lädt die LKJ Sachsen herzlich 8. Landesweiten Jugendkulturtag am 29. Mai 2010 in Frankenberg bei Chemnitz ein. Die Stadt steht an diesem Tag ganz im Zeichen der Jugendkultur in all ihren Facetten. Dort gibt’s allerdings (noch) keine Bilder von mir zu sehen
Edit (25.03.10): Aus welchen Gründen auch immer, findet die Ausstellung bei der Verbundnetz Gas AG erst ab dem 22. April 2010 statt. Weiterhin wurde der Jugendkulturtag wegen spontaner Kürzungen der Jugendhilfe durch CDU und FDP abgesagt. Die Schweine.
Tags: Ausstellung, dresden, jugendhilfe, jugendkunstpreis, Kürzungen, Leipzig, lkj sachsen, wir.tuell



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